WorkshopInfektionskrankheiten und Biodiversität in anthropogen veränderten Gewässern

Datum: 
24. November 2011 bis 25. November 2011
Ort: 
Berlin

Parasiten sind ein integraler Bestandteil von Ökosystemen. Es wird geschätzt, dass mehr als 50% aller Lebewesen parasitär leben. Evolutionsbiologische Forschungsergebnisse zeigen, dass Parasiten als Selektionsfaktor einen wichtigen Beitrag zur Schaffung und Erhaltung der Diversität frei lebender Organismen leisten.

Wasser hat bei der Übertragung einer Vielzahl von Pathogenen von Mensch, Haus- und Wildtieren eine herausragende Bedeutung. Wasserbürtige Krankheiten wie Cholera, Amöbenruhr, Onchozerkose und Bilharziose gehören zu den wichtigsten Infektionskrankheiten des Menschen in den Tropen und Subtropen. Aber auch in den Industrieländern der temperierten und borealen Klimazonen sind humanpathogene Parasiten1 , trotz hoher Hygienestandards eine permanente Herausforderung für die (Trink-) Wasserwirtschaft.

In zunehmend anthropogen veränderten Gewässern (z. B. durch Wasserbau, Nährstoffeintrag, Verschleppung und Einwanderung gebietsfremder Arten) kommt es zwangsläufig auch zu Veränderungen der Parasitenfauna, die im Hinblick auf ihre Bedeutung im Ökosystem kaum untersucht sind.

Insbesondere wasserassoziierte Erreger von Infektionskrankheiten von Mensch und Tier bedürfen deutlich größerer Aufmerksamkeit. Von ökologisch motivierten Forschungsansätzen ist ein signifikanter Informationsbeitrag sowohl für biodiversitätsrelevante als auch für gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse zu erwarten. Der Workshop hat Expertinnen und Experten verschiedenster Fachgebiete zusammengebracht, um einen Beitrag zu leisten, Forschungsbedarf zu konkretisieren und die Entwicklung innovativer, interdisziplinärer Forschungskonzepte anzustoßen. Weiterhin wurde diskutiert, wie die Forschungsergebnisse auch einem breiten Publikum und politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern zugänglich gemacht werden können.