WorkshopF&E-Vorhaben „Workshop: Ökosystemdienstleistungen – warum ein sperriges Konzept Karriere macht“

Datum: 
18. November 2010 bis 19. November 2010
Ort: 
Göttingen

18./19. November 2010 und 04. März 2011, Göttingen

Zur Enttäuschung vieler engagierter Forscherinnen und Praktiker nehmen Gesellschaft und EntscheidungsträgerInnen die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Ökologie und Umweltwissenschaft nur sehr selektiv wahr. Einer der Gründe liegt darin, dass sich im deutschen Sprachraum erst langsam eine gemeinsame Konzeption herausbildet, die präzise und ohne voreilige Verkürzungen zwischen den Zuständen, Prozessen und Strukturen ökologischer Systeme einerseits und gesellschaftlichen Interessen, Zielen und Werten andererseits vermittelt. Im internationalen Gebrauch hat der Begriff der Ecosystem Services diese Funktion zunehmend erfolgreich übernommen. Um den Ecosystem Services-Ansatz jedoch für die deutsche Planungspraxis fruchtbar zu machen, ist es erforderlich, den Ansatz mit dem etablierten konzeptionellen Instrumentarium in Umweltrecht und Umweltökonomik, in Raum- und Landschaftsplanung abzugleichen. Gleichzeitig ist auf die Konformität mit den Anforderungen der Europäischen Union (z.B. CAP, UPV, Wasserrahmenrichtlinie, FFH 2000, Umwelthaftungsrecht) zu achten.

Es wurden zwei Workshops durchgeführt. Workshop 1 hatte im Wesentlichen eine Analyse der Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Gefahren zum Inhalt, über einen "starken" Begriff der Ökosystem-Dienstleistungen zu einer Verbesserung des öffentlichen Biodiversitäts- und Naturschutz-Diskurses sowie der Planungs- und Verwaltungspraxis zu kommen. Workshop 2 diente der Abschätzung dringenden und potentiell förderfähigen Forschungsbedarfs. Ausgehend von den Ergebnissen des ersten Workshops wurden zu diesem Zweck vorab mögliche relevante Forschungsdesiderata identifiziert. Die identifizierten Forschungsdesiderata sollten dabei sowohl grundlagenwissenschaftliche Aspekte des Ecosystem Service-Ansatzes betreffen wie auch eher "technologische" Fehlstellen, etwa in der Bereitstellung und Verarbeitung von Umweltdaten.