Vollversammlung des UN-Biodiversitätsrates IPBES in Bonn – Details und Experten bei NeFo

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Prof. Josef Settele, Berichtsleiter Globales Assessment und andere deutsche IPBES-Autoren im neuen Nefo-Video.
Foto: S. Zimmer

Vom 07. bis 10. März treffen sich die Vertreterinnen und Vertreter der derzeit 126 Mitgliedsstaaten des internationalen Politikberatungsgremiums zur biologischen Vielfalt IPBES in Bonn, um über aktuelle Arbeitsstände der entstehenden Statusberichte sowie künftige Produkte zu entscheiden. Über 1000 Expertinnen und Experten aus aller Welt verschiedenster Fachrichtungen tragen derzeit das beste verfügbare Wissen zur biologischen Vielfalt, deren Veränderung und Bedeutung für das menschliche Wohlergehen zusammen, darunter auch viele aus Deutschland. Einige davon nehmen auch an der Bonner Konferenz teil. NeFo hält die Themen und Hintergründe auf der Webseite bereit und begleitet sie im Blog.

Vor fünf Jahren gründeten die Vereinten Nationen die Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services IPBES vor allem mit dem Ziel, die oft festgefahrenen Verhandlungen in der globalen Naturschutzpolitik durch eine von allen Seiten akzeptierte Wissensgrundlage zu unterstützen. Deutschland holte den Sitz des Sekretariats damals nach Bonn. Ähnlich wie der Weltklimarat IPCC in Klimaschutzfragen soll IPBES die wesentliche Diskussionsbasis in der Naturschutzpolitik werden. Seither arbeiten internationale Expertenteams aller relevanten Fachrichtungen an derzeit elf verschiedenen Zustandsberichten, von denen die ersten zwei im vergangenen Jahr vorgestellt wurden, einer davon zum Status und der Bedeutung der Bestäuber.

2019 sollen sämtliche der so genannte Assessments des ersten Arbeitsprogramms fertig gestellt sein. Einige behandeln die Arbeit des IPBES selbst, wie etwa die wissenschaftliche Vorgehensweise bei der Erstellung verschiedener Zukunftsszenarien, andere greifen konkrete Probleme wie Landdegradierung, invasive Arten oder Jagd und Handel bzw. die nachhaltige Nutzung seltener Arten auf. Darüber hinaus sollen die spezifischen Herausforderungen von vier Weltregionen, Amerika, Europa/Zentralasien, Asien/Pazifik und Afrika, mit je einem Assessment beleuchtet werden. Am Ende dieses ersten Arbeitsprogrammes steht das Flaggschiff der IPBES-Produkte, der globale Bericht, der die wesentlichen Punkte der anderen Assessments aufgreift, verschiedene Szenarien darstellt, die Konsequenzen bezüglich der international gesetzten Politikziele wie etwa den UN-Nachhaltigkeitszielen oder der UN-Biodiversitätskonvention CBD zieht und Handlungsoptionen für Politik und Praxis ableitet.

Mit welchen Fragen sich beteiligte deutsche Autorinnen und Autoren in den globalen und regionalen Assessments auseinandersetzen, erzählt neben anderem der Berichtsleiter des Globalen Assessments Prof. Josef Settele im aktuellen NeFo-Video.

Dass IPBES inzwischen als relevantes Politikberatungsinstrument anerkannt wird, zeigte sich im vergangenen Dezember bei der Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zur biologischen Vielfalt CBD in Mexiko. Diese übernahm die gesamten Botschaften des ersten IPBES-Assessments zur Bestäubung und überführte sie damit auf die politische Entscheidungsebene. IPBES selbst hat kein politisches Mandat.

Die Konferenz bietet die Möglichkeit, die IPBES-Repräsentanten sowie Experten verschiedener Fachrichtungen und Länder zum Wissen an der Schnittstelle Naturschutzpolitik und Wissenschaft zu befragen.

Medienvertreterinnen und –vertreter sind herzlich dazu eingeladen, die Einführungsreden am Dienstag den 7. März ab 10.00 Uhr im World Conference Centre in Bonn mitzuverfolgen (Einlass ab 08.00 Uhr). Sie erwartet unter anderem eine thematische Einführungsrede über Synergien zwischen Klimaschutzmaßnahmen und Erhaltung bzw. nachhaltigen Nutzung von biologischer Vielfalt von Prof. Guy Midgley (Südafrika) und dem stellvertretenden Präsidenten des UN Klimasekretariats Richard Kinley sowie Einblicke in die Fortschritte im Globalen und den regionalen Assessments sowie Landdegradierung.

Zur Teilnahme ist eine Online-Akkreditierung nötig unter http://www.ipbes.net/ipbes-5-media-invitation-accreditation-information. Bitte bringen Sie einen entsprechenden Pressenachweis mit.

Für organisatorische Fragen vor Ort und IPBES-Repräsentierende steht Ihnen Sarah Banda-Genchev aus der IPBES-Kommunikationsabteilung zur Verfügung (Email: media@ipbes.net).

Das NeFo-Team ist ebenfalls vor Ort und vermittelt Ihnen gern beteiligte deutschen Autorinnen und Autoren sowie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner aus der deutschen Forschung. Außerdem berichten und kommentieren wir regelmäßig die wichtigsten Ereignisse der Tagung im NeFo-Blog und auf https://twitter.com/Ne_Fo.

Einen Überblick über die Themen der 5. IPBES-Vollversammlung und Hintergründe haben wir auf unserer Webseite zusammengestellt.

IPBES-5-Infoseite

NeFo-Video mit deutschen Autorinnen und Autoren des Globalen und der regionalen Assessments

KONTAKT
Sebastian Tilch
Pressereferent NeFo
c/o Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Tel. 0341/235-1062
Email: sebastian.tilch@ufz.de