Pressemitteilung[NeFo Presse] Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie: Mit Haeckels Entdeckergeist in die Zukunft schauen

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GfÖ-Präsident Wolters wird auch dieses Jahr mit seiner Band "The Sustainabilities" bei der Club Night auftreten.
Foto: GfÖ 2015

Marburg, 05. – 09. September 2016: Die Ökologie wird 150 Jahre alt, zumindest als Begriff, den Ernst Haeckel damals erfand. Die Gesellschaft für Ökologie - auch immerhin schon 46 Jahre alt – nimmt das Jubiläum zum Anlass nicht etwa für eine Rückschau, sondern Diskussionen, welche Aufgaben den Ökologinnen und Ökologen zukünftig bevorstehen. In dem Rahmen der einwöchigen Tagung stellen Forschende aus aller Welt in 320 Vorträgen und 140 Postern ihre aktuelle Arbeit vor. Neue Paradigmen, wie Heackel, Darwin und Co. sind eher nicht darunter. Möglich seien solche grundlegenden Erkenntnisse aber auch heute noch, sagt GfÖ-Präsident Prof. Volkmar Wolters im NeFo-Interview. Voraussetzung dafür sei ein ungebrochener Entdeckergeist.

„Haeckels Definition der Ökologie als Ökonomie der Natur war nie so aktuell wie heute“, schreibt Wolters in seinem Grußwort an die Tagungsteilnehmer. Tatsächlich stehen der gesellschaftliche Nutzen so genannter Ökosystemleistungen bzw. die Kosten ihrer Beeinträchtigung durch menschliches Wirken immer stärker im Fokus ökologischer Forschung. Dennoch müssten die Ziele weit über Nachhaltigkeitsthemen und die Ergründung menschgemachter globaler Umweltprobleme hinausgehen, meint Wolters. „Für mindestens ebenso wichtig halte ich es, der an Arten orientierten organismischen Forschung, die in den letzten Jahrzenten durch eine gewisse molekularbiologische Euphorie zurückgedrängt wurde, wieder mehr Geltung zu verschaffen“, so der GfÖ-Präsident. Als weitere Zukunftsaufgabe regt Wolters auch eine breite Diskussion über die theoretischen Grundlagen der Ökologie an.

Diese Zukunfts-Diskussionen werden in den Mitgliederversammlungen parallel zu dem umfangreichen Vortragsprogramm stattfinden. In 30 Sessions von der Wald- bis zur Stadtökologie und von ökologischer Theorie bis Bürgerwissenschaften stellen vornehmlich Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ihre aktuellen Forschungsergebnisse vor. Zwölf Minuten Redezeit hat jeder dafür zur Verfügung.  

Highlights der Tagung sind die täglichen Keynote-Vorträge international renommierter Wissenschaftler sowie die Verleihung verschiedener Preise für die besten Abschlussarbeiten, Fotos und Visualisierungen. Auch zum Weltbiodiversitätsrat IPBES wird es eine eigene Session geben, in der die Ergebnisse des ersten Berichts zu Bestäubung sowie die Prozesse und Beteiligungsmöglichkeiten für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler  vorgestellt werden.

Auch für die Öffentlichkeit hält die GfÖ etwas bereit. „Der Haeckel-Faktor – oder: Wie Darwin und Wallace die Evolution entdeckten“, lautet der Titel des deutschsprachigen Abendvortrags vom wissenschaftlichen Direktor des Centrums für Naturkunde Hamburg Prof. Matthias Glaubrecht. Mit Spannung erwartet wird auch der Auftritt von Präsident Wolters mit seiner Rock-Band „The Sustainabilities“ bei der ClubNight am Mittwoch Abend.

Journalisten sind während der gesamten Tagung herzlich willkommen und erhalten kostenlosen Zutritt. Die Tagungssprache ist Englisch. NeFo unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit der diesjährigen Jahrestagung. Eine Auswahl an potenziell medienrelevanten Beiträgen können gern angefragt werden. Ausgewählte Tagungsthemen stellt die GfÖ-Pressestelle ab Tagungsbeginn unter http://gfoe.org/de/pressemitteilungen vor.

Zum NeFo-Interview mit Prof. Volkmar Wolters

Das ausführliche Programm und weitere Informationen zur Tagung finden Sie unter http://www.gfoe-2016.de.

Kontakt (Presse, während der Tagung):
Dr. Eva Diehl (Pressereferentin) & Heike Kuhlmann (Tagungsorganisation)
Tagungstelefon: 06421 2823875 (05. – 08.09.16, 8.00  – 19.30 Uhr)
E-Mail: presse [at] gfoe [dot] org

Sebastian Tilch
NeFo-Pressereferent
Telefon: 0341-235-1062
E-Mail: sebastian [dot] tilch [at] ufz [dot] de

Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland Projekt zur inter- und transdisziplinären Vernetzung und Sichtbarmachung der Biodiversitätsforschung in Deutschland über Institutionsgrenzen hinweg. Es wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF und maßgeblich durchgeführt durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig – UFZ sowie das Museum für Naturkunde Berlin (Leibniz-Gemeinschaft).

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