Weitere Konventionen

Hier werden kurz einige der Abkommen und Gremien vorgestellt, die neben der CBD von großer Bedeutung für den internationalen Umwelt- und Naturschutz sind. Weitere Instrumente, Informationen und Links finden sich zum Beispiel auf der Webseite zum internationalen Naturschutz des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).

 

Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change - UNFCCC)

Gleichzeitig mit dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) entstand die Klimarahmenkonvention (UNFCCC). Seit 2005 ist außerdem das Kyoto-Protokoll zur UNFCC in Kraft, welches im Rahmen der UNFCCC ausgehandelt wurde und ein eigenes internationales Abkommen darstellt. Es kann als das Umsetzungs-Instrument der Klimarahmenkonvention betrachtet werden. Es verpflichtet die Industrieländer dazu, ihren Ausstoß an klimaschädlichen Gasen entsprechend international verbindlicher Reduktionsziele zu senken. Die erste sogenannte Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls erstreckte sich vom Jahr 2008 bis zum Jahr 2012; während dieser Zeit hatten die Industrieländer die Pflicht, ihre jährlichen Treibhausgas-Emmissionen um durchschnittlich 5,2 Prozent zu reduzieren (gemessen an den Emmissionsraten im Jahr 1990). Die zweite Verpflichtungsperiode läuft von 2013 bis 2020. Während dieser Zeit beträgt das verbindlich vereinbarte Reduktionsziel mindestens 18 Prozent (wiederum gemessen am Ausstoß im Jahr1990). Die Europäische Union hat sich zu einer Reduktion um 20 Prozent verpflichtet. Einige Länder, darunter Neuseeland, Japan und Russland, gehören jedoch seit 2013 nicht mehr zu den verpflichteten Industriestaaten (sogenannten Annex-B-countries). Kanada ist im Jahr 2013 ganz aus dem Kyoto-Protokoll ausgetreten. Insgesamt ist der Trend der weltweiten Emissionen weiterhin positiv, u.a. aufgrund der anhaltend wachsenden Ökonomien einiger Schwellenländer. Auch ist allgemein anderkannt, dass selbst ein Erreichen der Kyoto-Ziele während der zweiten Verpflichtungsperiode nicht ausreicht, um einen schädlichen Klimawandel aufzuhalten (Weiteres zu den Zielen, Mechanismen und Umsetzungsschritten des Kyoto Protokolls auf den Seiten des BMUB).

Relevant für Biodiversität ist in diesem Kontext neben den bereits einsetzenden oder erwarteten klimatischen Veränderungen vor allem der Waldschutz. Wälder speichern große Mengen an Kohlenstoff. Die Rodung der Wälder (Landnutzungsänderungen) hat zu rund 20 % zu den globalen anthropogenen Treibhausgasemissionen beigetragen. Unter anderem motiviert durch den Stern-Report, der Waldschutz als vergleichsweise günstige Klimaschutzmaßnahme dargestellt hat, wird im Rahmen der UNFCCC über diverse Anreizmechanismen (inklusive hoher Geldsummen) für den Schutz des tropischen Regenwaldes verhandelt. Diese werden unter den Acronym REDD (Reduced Emissions from Avoided Deforestation and Degradation) zusammengefasst. REDD soll also die Erhaltung von Wäldern "belohnen" und gilt als ein wichtiges Instrument der globalen Klimapolitik. Allerdings werden einige Punkte des REDD-Mechanismus seit langem sehr kritisch diskutiert, u.a. die Frage, wie sichergestellt werden kann, dass keine Verlagerungs-Erscheinungen auftreten (also Wälder verstärkt in Ländern ohne REDD-Mechanismus gerodet werden, 'leakage') bzw. ein unter REDD berücksichtigter Wald ohne diesen Mechanismus tatsächlich zerstört worden wäre ('non-additionality'). Des Weiteren wird seit langem darum gerungen, sogenannte 'biodiversity safeguards' zu verankern, also Maßnahmen zum Schutz artenreicher und ökologisch wertvoller Wälder (welche andernfalls abgeholzt und durch ökologisch minderwertigere Anpflanzungen ersetzt zu werden drohen). Ein weiterer wichtiger strittiger Punkt betrifft die Landrechte der ansässigen (teilweise indigenen) Bevölkerung: Steigt der ökonomische Wert eines Waldes aufgrund des REDD Mechanismus, könnte dies auch bereits bestehende Konflikte um Landrechte verschärfen bzw. solche erst entfachen. Weiteres REDD und dem Thema 'Wald' in internationalen Verhandlungen finden Sie in unserem NeFo-Faktenblatt 'Forest biodiversity in international conservation policies and negotiations'.

IPCC (Intervonvernmental Panel on Climate Change)

Der Weltklimarat (IPCC: Intergovernmental Panel on Climate Change) ist kein internationales Abkommen, also keine Konvention. Er ist ein zwischenstaatliches Gremium mit derzeit 195 Mitgliedsstaaten, das der internationalen Klimapolitik, also insbesondere der UNFCCC, wissenschaftliche Grundlagen für politische Entscheidungsprozesse liefern soll. Er wurde im Jahr 1988 gemeinsam durch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die World Meteorological Organization (WMO) gegründet. Tausende Wissenschaftler aller Kontinente beteiligen sich an der Arbeit des IPCC. Er befasst sich mit dem Weltklimasystem, den anthropogenen Einflüssen auf das Klima sowie mit den Folgen und Handlungsoptionen. Im Jahr 2014 legte der IPCC seinen fünften Sachstandbericht vor, der aus den Beiträgen der drei Arbeitsgruppen (The Physical Science Basis, Impacts, Adaptations and Vulnerability, Mitigation of Climate Change) und einem Synthese-Bericht besteht. Die Zusammenfassung für Entscheidungsträger ('Summary for Policymakers, SPM' [pdf]) enthält die wichtigsten Kernaussagen der Berichte. Zu diesen gehören u.a. die Feststellungen, dass die aktuell beobachteten Klimaveränderungen mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit auf die anthropogenen Treibhausgasemissionen zurückzuführen sind, und dass diese bereits zahlreiche Auswirkungen auf die menschlichen Gesellschaften sowie die natürlichen Systeme haben. Auch wird vorhergesagt, dass sich die Erde durch die fortwährenden Emissionen weiter erwärmen wird und dies die Wahrscheinlichkeit für schwerwiegende und irreversible Auswirkungen für Menschen und Ökosysteme erhöht.

 

Übereinkommen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (United Nations Convention to Combat Desertification, UNCCD)

Der vollständige Titel dieses internationalen Abkommens lautet "Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung in den von Dürre und/oder Wüstenbildung schwer betroffenen Ländern, insbesondere in Afrika". Es wurde ebenfalls während der Rio Konferenz 1992 initiiert und ist schließlich 1996 in Kraft getreten. Die Konvention addressiert aride, semi-aride und sub-humide, d.h. relativ trockene Gebiete. Ziel der Konvention ist es, Desertifikation, also Wüstenbildung, und Landdegradation, also Bodenverschlechterung, entgegenzuwirken und die Effekte von Dürren in betroffenen Gebieten zu mindern. Heute sind 194 Länder der Erde der UNCCD beigetreten (Stand: April 2015). Die Vertragsstaaten tagten anfangs jährlich, seit 2001 finden die entsprechenden Versammlungen (Conferences of the Parties, COPs) in einem zwei-Jahres-Rhythmus statt. Die COP hat zwei begeordnete Organe: Das Komitee für Wissenschaft und Technologie (Committee on Science and Technology CST) und das Komitee zur Überprüfung der Umsetzung der Konvention (Committee for the Review of the Implementation of the Convention CRIC).

Weitere Informationen zur Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung finden sich zum Beispiel auf den UNCCD-Seiten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

 

Übereinkommen über Feuchtgebiete = Ramsar-Konvention (Convention on Wetlands of International Importance especially as Waterfowl Habitat)

Die Ramsar-Konvention wurde trat 1975 in Kraft und stellt eine Rahmenkonvention für den Schutz und den Umgang mit Feuchtgebieten und ihren Ressourcen dar. Die "Kernsäulen" der Ramsar-Konvention sind die Arbeit für eine kluge Nutzung (wise use) von Feuchgebieten, die Ausweisung von Feuchtgebieten mit internationaler Bedeutung (The List of Wetlands of International Importance, "Ramsar List") und internationale Zusammenarbeit. Heute hat das Ramsar-Abkommen 168 Vertragsstaaten, Deutschland ist seit 1976 Mitglied.

Weitere Informationen zu diesem internationalen Abkommen finden sich zum Beispiel auf den Ramsar-Seiten des Bundesamts für Naturschutz (BfN), inklusive einer Auflistung der Ramsar-Gebiete in Deutschland.

 

Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (CMS / Bonner Konvention)

Dieses Abkommen heißt auf Englisch 'Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals' und wird daher auch mit 'CMS' abgekürzt oder nach dem Ort ihres Entstehens als 'Bonner Konvention' betitelt (Unterzeichung der Schlussakte 1979 in Bonn). Ziel dieses im Jahr 1983 in Kraft getretenen Abkommens ist es, mittels international koordinierter Maßnahmen wildlebende Tierarten zu schützen, deren Populationen sich regelmäßig auf bestimmten Wanderrouten bewegen und dabei Staatsgrenzen überqueren. Auch der Schutz der Wanderrouten sowie die Erhaltung der durch die Tiere aufgesuchten Habitate sind Ziele der CMS. 122 Staaten sind der Bonner Konvention beigetreten (Stand: Oktober 2015).

Weitere Informationen zu diesem internationalen Abkommen finden sich zum Beispiel auf den CMS-Seiten des BMUB oder den CMS-Seiten des BfN.

 

Washingtoner Artenschutzabkommen (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora - CITES)

Das Washingtoner Artenabkommen, kurz CITES, wurde 1973 in Washington D.C. unterzeichnet. CITES ist ein zwischenstaatliches Abkommen mit 183 Vertragsparteien (Stand: Februar 2017). Das Ziel des Washingtoner Artenschutzabkommens ist die Kontrolle des Handels von wild lebenden Tier- und Pflanzenarten, damit insbesondere gefährdete Arten nicht durch den Handel ausgerottet werden. Dazu hat CITES verschiedene Kategorien/Anhänge eingeführt, in denen Arten gelistet sind und dem Anhang entsprechend Handelsbeschränkungen haben. So regelt CITES auch, welche Artenbestandteile von Tieren und Pflanzen es bspw. illegal ist als Souvenier nach Deutschland zu bringen.

Weitere Informationen zu den Anhängen und CITES allgemein finden Sie auf der Konventions-Website oder den CITES-Seiten des BfN.