International

Der Begriff Biodiversität wurde durch die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung geprägt, welche im Jahr 1992 in Rio de Janeiro stattfand. Während dieser Konferenz wurde auch das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (kurz CBD für Convention on Biological Diversity) beschlossen. Die CBD ist "ein weltumspannendes, völkerrechtlich verbindliches Abkommen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der belebten Natur" (siehe Beschreibung der CBD auf der Webseite des Bundesamts für Naturschutz, BfN). Im Sinne der CBD umfasst der Begriff Biodiversität nicht nur die eher naturwissenschaftlichen Kategorien 'genetische Vielfalt' und 'Vielfalt an Arten und Ökosystemen', sondern im politischen Kontext auch den Themenkomplex 'Nutzung von biologischer Vielfalt' und damit zusammenhängende Gerechtigkeitsfragen.

In den beiden vergangenen Jahrzehnten hat sich der Trend verstärkt, Biodiversität stärker hinsichtlich des Nutzens für den Menschen zu betrachten. Die Identifizierung sogenannter ökosystemarer Leistungen soll deutlich machen, dass Entwicklung und Wohlbefinden in hohem Maße funktionierende Ökosysteme voraussetzen. Das Millennium Ecosystem Assessment, eine im Jahr 2005 herausgegebene umfassende Betrachtung des Zustands und der Veränderungen von ökosystemaren Leistungen weltweit, war in dieser Hinsicht wegbereitend: es machte deutlich, dass die starke Degradierung von Ökosystemen zu einer Minderung von Lebensqualität gerade auch von ärmeren Menschen führt.

So trägt auch die im Jahr 2012 gegründete Zwischenstaatliche Plattform zur Biodiversität und Ökosystemleistungen (kurz IPBES für Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) beide Begriffe, also Biodiversität und Ökosystemleistungen, im Titel. IPBES hat zum Ziel, das Wissen zu Biodiversität und ökosystemaren Leistungen global zu bündeln und Politikschaffenden zugänglicher und nutzbarer zu machen und damit letztlich zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Biodiversität und ökosystemaren Leistungen beizutragen.

Eine weitere internationale Initiative, die global Aufmerksamkeit erregte und viele Aktivitäten insipirierte, war die von 2007-2010 finanzierte TEEB-Studie (Grundlage für diese Studie bildete die von den Umweltministern der G8 Staaten verfassten "Potsdam Initiative zur biologischen Vielfalt 2010" [pdf]) . Sie widmete sich der Ermittlung und Veranschaulichung des ökonomischen Werts von Biodiversität.

 

Während die CBD und IPBES biodiversitätsbezogene Prozesse sind, gibt es weiterhin noch eine Reihe von internationalen Konventionen, die sich bspw. mit dem Klima oder dem Handel wildlebender Arten auseinander setzen. Allgemeine, überblickende Informationen zu diesen Gremien und Prozessen stellen wir hier für Sie bereit.