Was sind Schnittstellen?

Wissenschafts-Politik-Schnittstellen (engl: Science-Policy-Interfaces, SPI) können, wie beschrieben, vielfältige Formen annehmen (siehe auch Welche Schnittstellen gibt es?).

Eine häufiger genutzte Definition in der Literatur ist: "SPIs as organizations, initiatives or projects that work at the boundary of science, policy and society to enrich decision making, shape their participants’ and audiences’ understandings of problems, and so produce outcomes regarding decisions and behaviours."  (Sarkki et al. 2015, Environmental Science & Policy 54: 505-512)

Damit wird deutlich, dass solche Schnitsstellen sehr unterschiedliche Formen annehmen können, unterschiedliche Akteurinnen und Akteure einbeziehen und unterschiedliche Ziele haben können. Vielfach ist die Bedeutung des gemeinsamen Lernens im Prozess wichtiger als das letztendliche Produkt, etwa ein Bericht - denn ohne ein neues Verständnis einer Sachlage durch gemeinsame Erarbeitung kommt es häufig nicht zu neuen politischen oder gesellschaftlichen Bewertungen, wie die Literatur über Schnittstellen-Prozesse und transdisziplinäre Forschung häufig zeigt. 

Daher müssen erfolgreiche Schnittstellen auch verschiedene Kernelemente beinhalten: 

kernelemente_spis.jpg

Ziele - Strukturen - Prozesse - Produkte - Wirkungen
Kernelemente erfolgreicher Schnittstellen
SPIRAL-Projekt (C.Neßhöver et al.)

Es kommt also nicht allein auf ein klares Ziel an (das ist auch vielfach wenig spezifiziert...) und ein Produkt (meist einen Bericht) an, um eine Schnittstelle erfolgreich zu gestalten. Auch den Strukturen (Wer macht mit und wie ist das organisiert?) und die Prozesse (Wie wird die Synthese von Wissen durchgeführt?) sind von Bedeutung, um letztlich ein Wirkung zu erzielen.

Zur weiteren Vertiefung zum Them empfiehlt NeFo das SPIRAL-Handbook [pdf] sowie das SPIRAL-Resourcebook [pdf].