Top-Themen Übersicht

Wissenschaftsjahr 2012

wj2012_bmbf_o_rgb_mDas Wissenschaftsjahr 2012 - Zukunftsprojekt ERDE des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF steht im Zeichen der Forschung für nachhaltige Entwicklungen. Mehrere Hundert Partner beteiligen sich mit eigenen Informations- und Mitmachangeboten, Ausstellungen, Wettbewerben, Vortragsreihen oder Diskussionsveranstaltungen am Wissenschaftsjahr für nachhaltige Entwicklungen. Veranstaltungen in diesem Rahmen, auch in Ihrer Region, finden Sie →hier.

nefo_logo_text beteiligt sich am Wissenschaftsjahr 2012 mit eigenen Veranstaltungen und Pressepaketen, die sich hauptsächlich mit dem Wert der biologischen Vielfalt für den Menschen beschäftigen. Monatlich werden hier verschiedene Ökosystemdienstleistungen beleuchtet und Forscherinnen und Forscher, die sich mit diesen Themen befassen, vorgestellt.

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EU-Agrarreform: Brauchen wir ökologischere Subventionen?

Von Sebastian Tilch

Agrobiodiversität Foto: Rita Köhler/pixelio
Agrobiodiversität
Foto: R. Köhler/pixelio

Heute öffnet sie für das Publikum ihre Tore: Die weltgrößte Messe der Land- und Ernährungswirtschaft und des Gartenbaus „Grüne Woche“. 1600 Anbieter aus knapp 60 Ländern präsentieren in Berlin rund 400.000 Besuchern die große Vielfalt neuer Produkte aus der modernen Landwirtschaft: Von Mandarinen aus Pakistan über Wurst- und Käsespezialitäten sowie Obstbrände aus Liechtenstein bis zu Trüffelpralinen aus Belgien. Doch draußen auf den Äckern sieht die Realität deutlich eintöniger aus. Die Vielfalt in der großindustriellen Landwirtschaft wird stetig geringer. 50 Prozent der weltweit benötigten Nahrungsenergie für den Menschen werden von lediglich drei Pflanzenarten gedeckt: Reis, Mais und Weizen. Und von diesen werden wiederum nur wenige Hochleistungssorten angebaut. Ein enormes Risiko, denn Krankheiten können auf einen Schlag die Ernte ganzer Kontinente vernichten. Darüber hinaus schwindet auch die Vielfalt der Wildarten und der Landschaft selbst weiterhin. Auf dieser Vielfalt basieren jedoch zahlreiche Ökosystemleistungen, von denen auch die Landwirtschaft abhängig ist. Ein Beispiel: Der Ertrag von 84 Prozent aller in Europa angebauten Kulturpflanzen hängt laut einer Studie[1] direkt von Insektenbestäubung, insbesondere durch Bienen, ab.

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Genveränderte Bäume

Forscher wollen die zukünftige Holzversorgung sichern – und mit Gentechnik sogar den Wald schützen

Von Verena Müller und Sebastian Tilch

UN-Energie-jahr2012-logoDie Wälder der Erde geraten immer mehr unter Druck. Die Nachfrage nach Holz als Rohstoff und Energieträger steigt rapide. Im September 2011 hat die Bundesregierung in ihrer neuen Waldstrategie 2020 die Steigerung des Holzeinschlags in deutschen Wäldern um 60 Prozent beschlossen. Damit würden so viele Bäume gefällt wie nachwachsen. Eine Ausweitung der „Waldflächen mit natürlichem Zuwachs", wie in der Nationalen Biodiversitätsstrategie von der Regierung 2007 beschlossen, wäre so kaum zu realisieren. Andernorts wandeln Tropenstaaten ihre hochdiversen Primärwälder in landwirtschaftliche Flächen um, während der Klimawandel die Wachstumsbedingungen für Bäume verändert. Was also tun? An der einen Front wollen Forscher den Wald durch Artenvielfalt fit und anpassungsfähig für den Klimawandel machen. Andere Forscher arbeiten dagegen mit gentechnischen Mitteln an einer effizienteren Holzproduktion, die sie in Baumplantagen zu realisieren versuchen. Die von Kritikern gefürchteten Risiken seien, wie in vielen Studien gezeigt, zwar weit überzogen, zur Sicherheit werden dennoch aufwändige Maßnahmen empfohlen. Was in Deutschland noch in der Forschungsphase steckt, ist in China schon längst kommerzielle Realität: Über eine Million insektenresistente Pappeln stehen dort bereits seit zehn Jahren. Ohne Sicherheitsvorkehrungen.

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Die beste CCS-Technologie hat die Natur erfunden: Das Moor

Von Sebastian Tilch

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Foto: Andrea Damm / pixelio

Durban 07.12.2011: Wer an Kohlenstoffspeicher und -senken denkt, denkt in der Regel an Wälder. Kaum sichtbar wird in der Debatte die herausragende Rolle der Moore. Denn im Gegensatz zu den Wäldern bedecken sie nur einen Bruchteil der Erdoberfläche. Im Zeitalter des Emissionshandels könnte und sollte sich das allerdings ändern. Denn tatsächlich sind Moore die effektivsten Kohlenstoffspeicher, die es gibt. Derzeit werden sie aber im großen Stil in Ackerland für vermeintlich klimafreundliche Biotreibstoffe umgewandelt.

Diese trockengelegten Moore machen einen riesigen Teil der weltweiten CO2-Emissionen aus. Im Kyoto-Protokoll ist diese große Bedeutung jedoch noch nicht verankert. Die Renaturierung und Erhaltung von Mooren können Staaten bisher nicht als Klimaschutzmaßnahme anrechnen. Stattdessen legen die Regelungen Steine in den Weg. Der Niederländer Prof. Hans Joosten, Professor an der Universität Greifswald, setzt sich bei der Weltklimakonferenz in Durban als Delegationsmitglied von Weißrussland für eine stärkere Beachtung der Moore in der Klimarahmenkonvention ein.

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Bei der UN-Klimakonferenz nur über Klimaschutz zu verhandeln, ist zu wenig

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Entwaldung in Brasilien Foto: NASA

Am 4. Dezember ruft die „Collaborative Partnership on Forests", einem Zusammenschluss verschiedener UN-Organisationen, zum 5. Forest-Day auf. Die Veranstaltung findet begleitend zur Weltklimakonferenz in Durban statt. Die Agenda des Zusammenschlusses ist, Vorschläge auszuarbeiten, wie im REDD-Mechanismus, der die Erhaltung von Wäldern als Kohlenstoffsenke belohnen soll, auch die biologische Vielfalt berücksichtigt wird. Denn bisher spielt diese in der Klimarahmenkonvention kaum eine Rolle. Damit sich das ändert, ist Dr. Till Pistorius, Forstökonom an der Universität Freiburg, nach Durban gefahren.

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Wildtierfleisch aus den Tropen – das unterschätzte Risiko für Infektionskrankheiten

von Verena Müller

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Flughund Foto:Dette/pixelio

Der Handel mit Wildtierfleisch aus Regenwäldern oder Savannen, dem so genannten Bushmeat, gefährdet nicht nur einzelne Arten. Er fördert auch die Ausbreitung gefährlicher Infektionskrankheiten wie Malaria, Ebola- oder SARS. Natürliche Feinde von Überträgern, wie etwa Frösche gegen Stechmücken, fallen weg. Oder aber der Verzehr des Fleisches selbst führt zur Infektion. Die Gesundheit der Menschen ist also ein weiterer guter Grund, natürliche Ökosysteme zu schützen. Der nachhaltige Umgang mit den Naturressourcen, insbesondere "Bushmeat", wird eines der Themen der Vertragsstaatenkonferenz der CBD im kommenden Jahr sein. Interdisziplinäre Forschungsprojekte in Afrika mit deutscher Beteiligung beschäftigen sich mit der Frage, wie Krankheitserreger verbreitet werden und wie sie Artgrenzen überschreiten. NeFo hat den Stand der Forschung für die COP11-Vorbereitungskonferenz, der SBSTTA 15, als Faktenblatt zusammengestellt.

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UN-Dekade zur Biologischen Vielfalt – Forschung ist Voraussetzung für erfolgreiches Handeln

Von Sebastian Tilch

Am 8. November eröffnet das Bundesumweltministerium die UN-Dekade für Deutschland.

DCB_logo_04Neun Jahre, um die 20 Ziele des neuen Strategischen Plans zur Rettung der Biologischen Vielfalt umzusetzen, erscheinen sehr kurz. Zum einen, da die meisten Politikressorts andere Prioritäten setzen. Zum anderen, da die meisten Bewertungsmaßstäbe für Erfolg und Misserfolg von Maßnahmen noch fehlen. An beiden Fronten ist die deutsche Biodiversitätsforschung aktiv. Sie macht die Entwicklung der Biologischen Vielfalt und Zusammenhänge menschlicher Einflüsse sichtbar, darüber hinaus aber auch ihre Bedeutung für gesellschaftliches Wohlergehen. NeFo, im Auftrag von DIVERSITAS Deutschland e.V. und dem BMBF, stellt zum Auftakt der UN-Dekade einige solcher Projekte vor.

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Meeresschutzgebiete auf Hoher See: Wo stehen wir, wo wollen wir hin?

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Foto: M.Wurtz/artescienza

Kommendes Jahr soll laut CBD ein globales Netzwerk von Meeresschutzgebieten eingerichtet und effektiv gemanagt sein, das alle bedeutsamen biogeographischen Regionen sowie Lebensräume und Arten exemplarisch abdeckt. Doch dieses 2012-Ziel wird wohl nicht zu erreichen sein. Denn die in Frage kommenden Gebiete sind noch nicht alle identifziert. Eine Aufgabe der Meeresforschung ist, ökologisch und biologisch bedeutsame Meeresgebiete zu identifizieren, die besonders schützenswert sind. Dafür sollen regionale Expertentreffen stattfinden. Zum weltweit ersten davon kommen Anfang September ausgewählte Forscher für die Region des Nordatlantiks zusammen. NeFo stellt zu diesem Anlass verschiedene Forschungsprojekte vor und lässt im Experteninterview die Forschenden zu Wort kommen.

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Der Umgang mit den Wäldern der Erde sollte sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren

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Foto: Joakim Berglund / Airpictures.se
Die Staatengemeinschaft der Übereinkunft über die Biologische Vielfalt CBD hat im Oktober 2010 im so genannten Strategischen Plan 2020 beschlossen, die Verlustrate aller natürlichen Habitate einschließlich der Wälder bis 2020 zumindest zu halbieren und, wo umsetzbar, gar ganz zu stoppen. Diese Ziele sollten nun in von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht übertragen werden. Da der Verlust der biologischen Vielfalt viele politische und wirtschaftliche Bereiche betrifft, bedeutet dies auch, das Ziel des Schutzes über andere bisher höher gestellte Interessen zu stellen. Dass die zu erwartenden Widerstände äußerst hoch sein können, zeigt derzeit das Beispiel Brasilien. Dort hat das Parlament eine Neuauflage des Forstgesetzes beschlossen. Die neuen Regelungen Schutzmaßnahmen zur Erhaltung der wichtigen Funktionen der Regenwälder aufweichen.

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Nordostdeutschland vor dem Trockentod bewahren

feuchtIn Brandenburg sinkt der Grundwasserspiegel kontinu-ierlich. Forscher warnen vor massivem Trockenheits-problemen in der Zukunft. Bisher wurde gereinigtes Abwasser über Oberflächengewässer, also natürliche oder künstliche Fließgewässer, abgeleitet. Im nefo_nackt-Interview erzählt Dr. Dagmar Balla (ZALF-Müncheberg), wie wir zukünftig das Wasser im Boden halten und unser Brauchwasser sinnvoller nutzen können.

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Experteninterview

Biodiversität und die Leistungen des Ökosystems Wald

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„Der Wald ist mehr als nur ein Holzproduzent"

Im nefo_logo_text-Interview:
Dr. Georg Winkel (Universität Freiburg)

CBD-Ziele bis 2020

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Alle Hintergrundinformationen zur Biodiversität

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