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Newsletter Biodiversitätsforschung 3/10                [Forschung]                   29. Juni 2010


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Liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

mehr als 80 Vertragsstaaten der CBD haben sich auf die Gründung des internationalen wissenschaftlichen Beratungsgremiums IPBES (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) verständigt. Aus Sicht der Forschung ein sehr gutes Zeichen, bedeutet dies doch offensichtlich, dass die Arbeit der Forschung ernst genommen und eine solide wissenschaftliche Basis für die anstehenden politischen Weichenstellungen im Umgang mit der biologischen Diversität für nötig erachtet wird.

Bei der 10. Vertragstaatenkonferenz der CBD im Oktober in Japan müssen weitreichende Entscheidungen fallen. Denn der Global Biodiversity Outlook 3, der Anfang Mai veröffentlicht wurde, zeigt erneut: Der durch menschliche Einflüsse rasante Schwund der biologischen Vielfalt schreitet weltweit ungebremst fort, nur einzelne regionale Erfolge gegen diesen Schwund weist der GBO3 aus. Als ein zentrales Problem benennt der Bericht des CBD-Sekretariats die fehlende Einbeziehung der Schutzziele in die Zielsetzung aller politisch relevanten Bereiche bzw. die fehlende Aufmerksamkeit für das Thema in anderen politischen Bereichen als dem Natur- und Umweltschutz.

IPBES soll diese Aufmerksamkeit für die Dringlichkeit des Themas bei Politik und Öffentlichkeit erzeugen. Dabei hofft man auf eine ähnliche Wirkung wie sie der IPCC für die Klimawandeldebatte entfalten konnte. IPBES soll als Schwerpunkt Assessments bestehender Publikationen durchführen. Hier eröffnen sich zukünftig Möglichkeiten für deutsche Biodiversitätsforschende zur Beteiligung am politischen Prozess. DIVERSITAS-Deutschland e.V. und NeFo unterstützen diesen Prozess und werden Sie über die weiteren Entwicklungen und Einbringungsmöglichkeiten auf dem Laufenden halten- unter anderen mit Workshops auf der GFÖ-Tagung im August in Gießen und dem deutschen Naturschutztag im September in Stralsund.

Auch eine konkrete Einladung haben wir für Sie: NeFo wird die 10. Vertragsstaatenkonferenz der CBD mit einem eigenen Angebot für Politik und Medien zu zentralen Themen aus dem "Strategic Plan" begleiten. Die Themen decken die am kontroversesten diskutierten Themen mit hohem Forschungsbedarf ab:

  • Forest biodiversity
  • Biodiversity and climate change
  • Inland waters
  • Global Strategy for Plant Conservation
  • Biofuels
  • Marine and Coastal Ecosystems
  • Incentive Measures

Wenn Sie Interesse haben uns zu diesen oder anderen Themen der CBD als Expertinnen und Experten zu unterstützen, schicken Sie uns bitte eine Mail an politik@biodiversity.de

Im NeFo-Interview Juni 2010 lesen Sie die Einschätzungen von Prof. Christoph Görg (UFZ-Leipzig), der die UN-Konferenz zu IPBES in Busan, Südkorea, begleitet hat. Dort finden Sie auch weitere Experten-Interviews zu aktuellen Themen. Wir möchten Sie herzlich dazu einladen, mit einem eigenen Interview-Thema auf uns zuzukommen. Anfragen richten Sie bitte  an medien@biodiversity.de

Mit besten Grüßen,

Das NeFo-Team

 



In eigener Sache:

Forscherprofile auf www.biodiversity.de jetzt online erstellen

NeFo hat sich zur Aufgabe gemacht, einen Überblick über die Akteure aus der deutschen Biodiversitätsforschung zu schaffen und so die Forschungscommunity für politische Entscheidungsträger, Medien und Öffentlichkeit, transparenter zu machen. Wir haben ein Online-Netzwerk initiiert, mit dem wir Ihnen die Möglichkeit geben möchten, Ihre Forschungsarbeit vorzustellen und Botschaften an die o.g. Zielgruppen zu übermitteln. Gleichzeitig soll die Datenbank auch Ihnen einen Überblick geben und so die interdisziplinäre Vernetzung untereinander erleichtern. Um die Vielfalt der Forschungsdisziplinen auch für Nicht-Fachleute verständlich zu ordnen, haben wir eine übergeordnete Kategorisierung gewählt. Wir möchten Sie herzlich einladen, Ihr Profil einzustellen unter:

http://www.biodiversity.de/index.php?option=com_sobi2&Itemid=210⟨=de

 

Um jederzeit Ihr eigenes Profil ändern zu können, müssen Sie sich zuvor registrieren.

Wenn sich Fragen ergeben, kontaktieren Sie forschung@biodiversity.de

 



Aktuelle Ausschreibungen


DFG: Nachwuchsakademie „Systematik der Pflanzen und Pilze"

Im September 2010 startet die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eingerichtete Nachwuchsakademie zum Thema „Systematik der Pflanzen und Pilze". Durch sie sollen hoch qualifizierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Botanik und Mykologie möglichst frühzeitig mit den Kriterien der Förderung durch die DFG vertraut gemacht, zur Formulierung von Spitzenprojekten angeregt und zu erstklassiger Antragstellung geführt werden. Die Teilnehmenden erhalten dazu in der Akademie Unterstützung von Expertinnen und Experten bei der Ausarbeitung eigener Forschungsfragen.

→mehr


EU: Life+ Nature and Biodiversity

In der Ausschreibung der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission stehen für das Life+ Programm 243 Mio. Euro für die Kofinanzierung zur Verfügung. Im Programmbereich Life+ Nature and Biodiversity werden Projekte zur Umsetzung der Habitat- und Vogelschutzrichtlinie gefördert. Im Bereich Life+ Environment Policy and Governance werden Maßnahmen zur technologischen Unterstützung oder besseren Umsetzung von EU-Umweltvorgaben gefördert, im Programmteil Life+Information and Communication werden Projekte zur Informationsverbreitung über Umweltbelange (Klima, Umweltschutz) unterstützt.

Zum Ausschreibungstext kommen Sie →hier, und zu den nationalen Kontaktstellen →hier.


DFG: Erschließung und Digitalisierung von objektbezogenen wissenschaftlichen Sammlungen

Objekte in wissenschaftlichen Sammlungen werden von Forscherinnen und Forschern für ihre Untersuchungen genutzt, zu Vergleichszwecken herangezogen und als Belegstücke für wissenschaftliche Erkenntnisse verwendet. Informationen zu diesen Sammlungsobjekten liegen jedoch häufig nicht oder nicht in der benötigten Informationsdichte digital vor und sind meist nicht digital verzeichnet oder digitalisiert. Die Ausschreibung richtet sich an etablierte und anerkannte wissenschaftliche Informations-Serviceeinrichtungen, die forschungsrelevante Objekte kuratorisch betreuen und archivieren. Anträge sind bis spätestens 1. Februar 2011 einzureichen.

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Neuigkeiten von der CBD


SBSTTA 14  und WGRI 3 beraten Biodiversitätsziele bis 2020

Beim 14. Treffen des Wissenschaftlich Beirats der CBD (SBSTTA 14) und dem 3. Treffen der Arbeitsgruppe zur Umsetzung der Konvention (WGRI 3) haben die 193 Vertragsstaaten sich über den wichtigsten Baustein für die kommenden zehn Jahre beraten: den Strategische Plan mit den Zielen bis 2020.

Zusammenfassender NeFo-Bericht [pdf]

Offizielle Pressemitteilung des CBD-Sekretariats [pdf]



Politisches

Der "Weltbiodiversitätsrat" IPBES soll künftig politischen Entscheidungsträgern die Wissensgrundlage zur Entwicklung der biologischen Vielfalt geben

Rund 90 der 190 Vertragsstaaten des Übereinkommens zur biologischen Vielfalt CBD haben sich auf die Gründung eines internationalen wissenschaftlichen Beratungsgremiums geeinigt. IPBES, die Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, soll, ähnlich dem IPCC in Klimafragen, die wissenschaftlichen Grundlagen für politische Entscheidungen, die die Nutzung und die Erhaltung der Biodiversität betreffen, aus bestehenden wissenschaftlichen Studien zusammentragen. An dem Gremium sollen sich Forscher aus aller Welt beteiligen.

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NeFo-Interview zum Thema mit Prof. Christoph Görg (UFZ Leipzig)


UNEP Policy Series on Ecosystem Management eingerichtet

Mit diesem Online-Portal soll der Politikdialog zwischen der UNEP, Regierungen, NGOs und der weltweiten Wissenschaft über Ökosystemmanagement gefördert und Möglichkeiten, sich mit Artikeln und Blogeinträgen einzubringen, geschaffen werden. Jedes Quartal sollen die ‘Policy Series’ als Bericht veröffentlicht werden. Die erste Ausgabe mit dem Titel  'Integrated solutions for biodiversity climate change and poverty' ist jetzt erhältlich

→Zum Portal


Vision sieht Wattenmeerküste als Lagunenland

Eine Abkehr von starren Deichlinien zugunsten eines sanften Übergangs von Meer und Land, den Mensch und Natur gleichermaßen nutzen können. Dieses "Zukunftsbild für eine klimasichere Wattenmeerregion" hat die Michael-Otto-Stiftung entworfen. Der Bericht ist das Ergebnis von Diskussionsrunden mit Küstenschutzexperten, Landschaftsarchitekten und Meeresökologen. Das Konzept soll Politik und Gesellschaft dazu auffordern, sich rechtzeitig mit den drängenden Zukunftsfragen der Region zu befassen.

→Download des Berichtes


Vielfalt im Feld und auf dem Tisch

Die Fülle der Nutzpflanzenarten, -sorten sowie alter Landtierrassen kann die täglichen Mahlzeiten bereichern. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat eine interaktive Karte für Deutschland entwickelt. Dort sind Projekte zu finden, wo "Vielfalt wächst" - Kirschen, Äpfel, Honig, Holz und mehr in einer erlebnisreichen Kulturlandschaft.



Neues von DIVERSITAS


Die Erhaltung der biologischen Vielfalt muss Ziel aller Politikbereiche werden

Der am 10. Mai veröffentlichte Globale Ausblick zur Biodiversität 3 (GBO3) des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt CBD bestätigt den weiteren Verlust der Biodiversität in vielen Ökosystemen überall in der Welt, auch in Deutschland. DIVERSITAS-Deutschland e.V. und Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung fordern deshalb, dass internationale und nationale Politik ihre Ziele den Erkenntnissen der Biodiversitätsforschung entsprechend anpassen und deren Umsetzung verbessern muss. Das bedeutet vor allem, nachhaltige Nutzungskonzepte breiter umzusetzen.

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Evosystem service - phylogenetische Diversität als Optionswert

Mitglieder von BioGenesis, einer wissenschaftlichen Kerngruppe von DIVERSITAS International, haben einen neuen Begriff in die Debatte geworfen - Evosystem service. Dabei ist das Wort durchaus eng an die Ecosystem Services, die ökosystemaren Dienstleistungen, angebunden. Mit EVO wird allerdings argumentiert, dass die genetische Vielfalt von Organismen, die über phylogenetische Distanzen ermittelt werden kann, einen wichtigen Parameter für evolutive Leistungen von Organismen, den Optionswert von Biodiversität, darstellt. Beispiele sind die schnelle Anpassungsfähigkeit von Herbivoren, die invasive Pflanzenarten in ihre Diät aufnehmen, aber auch die Resistenzbildung von Mikroorganismen.

Den ganzen Artikel können Sie →hier lesen.



Neues von EPBRS


EPBRS veröffentlicht „European Biodiversity Research Strategiy 2010-2020“

EPBRS hat in einem zweijährigen Prozess eine neue Forschungsrahmenstrategie zu Biodiversität erarbeitet. Die Strategie soll deutlich machen, dass eine koordinierte und ambitionierte Forschung zur Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen essentiell ist für die Herausforderungen der Zukunft in Europa und darüber hinaus. Die Strategie macht darüber hinaus Vorschläge, wie Ihre Umsetzung durch die Zusammenarbeit von Forschern, Forschungsförderung und anderen Stakeholdern auf nationaler und europäischer Ebene weiter entwickelt werden kann.

→Zur Strategie


EPBRS-Konferenz: „Positive Visions for Biodiversity“, 16.-19.November 2010

Mit seinem nächsten Meeting beschreitet EPBRS einen neuen Weg: Auf einer zweitägigen Konferenz in Brüssel mit 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen Gesellschaftsbereichen soll im „Townhall“-Ansatz diskutiert werden, wie eine positive nachhaltige Entwicklung in den nächsten Jahrzehnten aussehen könnte, von denen auch die Biodiversität profitiert. Anschließend wird EPBRS die Ergebnisse im Licht von möglichem Forschungsbedarf diskutieren.

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Internationale Forschung


US-Umweltökonomen schätzen Kosten der ökologischen Folgenschäden der Ölkatastrophe im Golf vom Mexiko

Eine aktuell vorgelegte Studie schätzt den Gesamtwert der Ökosystemdienstleistungen des Mississippi-Deltas auf jährlich 12 bis 47 Milliarden US-Dollar. Rechnet man die zukünftigen Leistungen des Deltas als Naturkapital vorweg mit ein, ergibt sich ein geschätzter Wert von 330 Milliarden bis 1,3 Trillionen Dollar, was den gesamten Marktwert des BP-Konzerns vor der Katastrophe von 189 Milliarden Dollar weit übersteigt.

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Neues internationales Datenportal zur Biodiversität der Berge

Global Mountain Biodiversity Assessment GMBA und Global Biodiversity Information Facility GBIF haben ein neues Mountain Biodiversity Portal ins Leben gerufen. Hier können GBIF-Daten der Bergbiodiversität aus aller Welt, regional bis global, abgerufen und heruntergeladen werden.

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Anzahl tropischer Käferarten nach unten korrigiert

Damit wird die Anzahl der aktuell auf der Erde lebenden Arten auf ca. 5,5 Mio. geschätzt. In einer Reihe von Studien findet sich die Zahl von 30 Mio Arten, wobei den größten Anteil die tropischen Käfer bilden. Diese Zahlen haben sich die Wissenschaftler nun genauer angesehen. In frühen Studien wurde die Anzahl an Käferarten auf einzelnen tropischen Bäumen extrapoliert. Das Team um Andrew Hamilton hat durch die Nutzung von Methoden der Wahrscheinlichkeitsrechnung diese Zahlen korrigiert. Offen bleiben jedoch noch eine Reihe wichtiger Fragen. So gibt es noch wenige Erkenntnisse zum Unterschied zwischen phytophagen (an Pflanzen fressend) und anderen Käfern hinsichtlich der Faktoren, die die Anzahl an Arten bestimmen.

→Zur Originalpublikation


18 225 neue Arten wurden im Jahr 2008 beschrieben

Weltweit wurden im Jahr 2008 über 18.000 neue Arten beschrieben, fast die Hälfte davon Insekten. Aber auch ausgestorbene Arten werden mitgezählt, wie z.B. ein hühnchengroßer Tyrannosaurus. Die Arizona State University gibt diesen jährlichen Überblick über neu beschriebene Arten heraus

→the State of Observed Species (SOS 2010).



Europäische Forschung


Wird der Amazonasregenwald zur Savanne? Modellbasierte Risikoabschätzung

Der Amazonasregenwald beherbergt eine Vielzahl an Tieren, Pflanzen und Pilzen, und speichert zudem noch große Mengen Kohlenstoff. Eine Reihe von Untersuchungen in den letzten Jahren deutet an, dass das Zusammenspiel zwischen Klimawandel, Entwaldung und Feuer insbesondere im Nordosten Brasiliens zu dramatischen Veränderungen in der Vegetation führen kann, da sich immergrüne Vegetation unter trockeneren Bedingungen nicht halten kann. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der Universität Exeter haben nun eine Studie mit dem dynamischen Vegetationsmodell "LPJmL" durchgeführt, um die Unsicherheiten in der Vegetationsentwicklung zu quantifizieren. Ihrer Analyse nach liegt die Hauptunsicherheit nicht in den variablen Niederschlagsmustern, sondern vor allem an dem unklaren Effekt des erhöhten Kohlendioxidgehaltes der Atmosphäre auf den Wald.

→Zur Originalpublikation.



Deutsche Forschung


BIOLOG Abschlusskonferenz: Tagungsdokumentation zum Download

Die Abschlusstagung des nach zehn Jahren zu Ende gegangenen BIOLOG-Programms zu Biodiversität im globalen Wandel fand Ende März 2010 in Berlin statt. Das Gesamtdokument sowie die Kurzfassungen der aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmer finden Sie →hier


Neue Kurse in moderner Taxonomie

Für junge Wissenschaftler, Studierende und angehende Taxonomen werden im Rahmen des europäischen Programms EDIT Kurse in moderner Taxonomie angeboten. Es geht um Themen wie Nomenklatur, Beschreibung  und Sammlungsmanagement.

→mehr


Evolution zum Zuschauen - Artbildung in Kraterseen

Die farbenprächtigen Buntbarsche (Cichlidae) sind für ihre schnellen Artbildungsprozesse aus dem Viktoriasee bekannt. Nun haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um das Team von Evolutionsbiologen Axel Meyer, Konstanz,  sympatrische Artbildungsprozesse auch in nicaraguanischen Kraterseen nachgewiesen. Die ökologisch basierte Differenzierung von dick- und dünnlippigen Fischen führt zu geringen genetischen Unterschieden in mitochondrialer DNA.

→Zur Originalpublikation


Froschhandel in Westafrika

Eine erste Studie zum Fang, Handel und Gebrauch von Fröschen in Westafrika zeigt, dass der Verzehr von Fröschen zu den unterschätzten Ursachen des weltweiten Rückgangs an Amphibien zählt. Neben den Ergebnissen von Umfragen präsentieren die Autoren vom Naturkundemuseum in Berlin und der Universität Lagos auch Lösungsvorschläge. Neben der Zucht bestimmter Arten spielt das Bewusstmachen der Funktion von Fröschen wie z.B. das Fressen von Schädlingen und Krankheitsüberträgern eine wichtige Rolle. Mehr Informationen finden Sie →hier.


"Werner- Rathmayer-Preis" der DZG für junge Biodiversitätsforscherin

Lisa Hallex (19) aus Freiberg/Sachsen erhält den mit 500 Euro dotierten Preis für Ihre Untersuchung der biologischen Vielfalt ausgewählter Meeresorganismen an einem Steilwandprofil in der nördlichen Adria.

→mehr

 



Veranstaltungen


13./14.07., Berlin
1st Water Research Horizon Conference - Definition prioritärer Forschungsbereiche im Rahmen der Water Science Alliance

18.-22.07., Vilm
10. Vilmer Sommerakademie: Natur auf der Rechnung– Zur politischen Ökonomie des Naturschutzes

16.-20.08, Vilm
Interdisziplinäres Nachwuchswissenschaftlertreffen zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt
Deadline Anmeldung 15.6.2010

23.-27.08., Avignon
7th European Conference on Ecological Restoration: Ecological Restoration and Sustainable Development - Establishing Links Across Frontiers

29.08.-01.09., Vilm
7. Tagung der BfN-Reihe "Biodiversität und Klimawandel - Vernetzung der Akteure in Deutschland"

30.08.-03.09., Giessen
40. Jahrestagung der GfÖ zum Thema "Zukunft der Biodiversität"

01.-03.09., Tulceo, Rumänien
The XIX Annual Symposium on Deltas and Wetlands: International Conference "Danube Delta Biosphere Reserve - 20 Years"

05.-18.09., Rostock
Climate Change in the Baltic - From global problems to local adaptation

08.-09.09., Ghent, Belgium
Biodiversity post-2010 - biodiversity in a changing world

08.–10.09., Gelsenkirchen
"Gartenschauen: Trends, Strategien und Perspektiven" - Seminar des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu)

13.-14.09, Berlin
Bauen und Naturschutz - aktuelle Fach- und Rechtsfragen nach dem Inkrafttreten des neuen BNatSchG 2010

13.-17.09., Gent, Belgien
8th Annual Colloquium of the IUCN Academy of Environmental Law
Linkages between Biodiversity and Climate Change

14.-16.09., Zürich
Tropentag 2010

14.-17.09., Copenhagen
6th European Conference on Biological Invasions NEOBIOTA

17.-20.09., Hamburg
103. Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG)

20.-22.09., Paris
Tools for identifying biodiversity: progress and problems

22.-25.09., Nürtingen
IALE-D Jahrestagung 2010: Was macht Landschaft wertvoll?

26.-30.09, Berlin
8th European Vertebrate Pest Management Conference
Berlin

27./28.09., Venice
12th Annual BIOECON Conference
"From the Wealth of Nations to the Wealth of Nature:
Rethinking Economic Growth"

27.09.-01.10. Estes Park, Colorado
Symposium "Pathways to Success 2010: Integrating Human Dimensions into Fish and Wildlife Management"

27.09.-01.10., Stralsund
30. Deutscher Naturschutztag 2010

11.-15.10., Thurnau (b. Bayreuth)
International GCE Sommer School "Assessing and Communicating the Loss of Biodiversity and Ecosystem Services"



Literaturtipps


GBO3

Der regelmäßig alle 2-3 Jahre von der CBD veröffentlichte Globale Ausblick über die Biodiversität (GBO3) gibt einen Überblick über den aktuellen Zustand der biologischen Vielfalt weltweit, nennt die notwendigen Handlungsoptionen zum Schutz der Naturressourcen und dient als Grundlage für die Verhandlungen und politischen Zielsetzungen bei der UN-Vertragstaatenkonferenz zur Biodiversität.

→Download PDF engl.

→Deutsche Zusammenfassung


„Atlas of Biodiversity Risk" soll auf die Hauptrisiken für Biodiversität aufmerksam machen

366 Autoren aus über 180 Institutionen in 43 Ländern haben zu dem neu erschienenen 280 Seiten starken Atlas beigetragen. Er ist der erste seiner Art, der die Hauptfaktoren zusammenfasst, die zum Verlust der biologischen Vielfalt auf europäischer und globaler Ebene führen. Die Hauptrisiken werden hervorgerufen vom globalen Klima- und Landnutzungswandel und der Umweltverschmutzung. Besonders relevant sind dabei der Verlust an Bestäubern und der Einfluss biologischer Invasionen, die gesondert hervorgehoben werden.

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Neue Ansätze zum Verständnis, zum Schutz und zur Bewertung der Ökosystemdienstleistungen verbundener Habitate

Die UNEP-Publikation fasst den aktuellen Wissensstand zum Naturkapital von Gewässerökosystemen zusammen und bietet einen Überblick über innovative Ansätze bei der Bewertung von Ökosystemdienstleistungen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Wertgewinn dieser Dienstleistungen bei der Betrachtung von Interaktionen verschiedener Ökosysteme im Vergleich zur Betrachtung einzelner Systemtypen.

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Social assessment of conservation initiatives - A review of rapid methodologies

Schutzgebiete haben Einfluss auf das soziale Gefüge umliegender Gesellschaften - sei es durch Nutzungsbeschränkungen oder Einnahmen aus dem Tourismus. In diesem Band wird ein Überblick über verschiedene Methoden gegeben, die den sozialen Einfluss von Naturschutzaktivitäten insbesondere in Entwicklungsländern analysieren. Im Anhang werden die wichtigsten Methoden detailliert beschrieben.

→ Download


Urban Biodiversity and Design

Angesichts des ständig wachsenden Anteils der in Städten lebenden Weltbevölkerung, gewinnt die Biodiversität im urbanen Raum zunehmend an Bedeutung. Das vorliegende Buch liefert einen Überblick über internationale Entwicklungen der städtischen Biodiversität, untersucht ihre biologischen, kuturellen und sozialen Werte und unterbreitet Vorschläge zur Erhaltung und Wiederherstellung der biologischen Vielfalt im urbanen Raum.

→ Bestellung


BIOLOG: Forschung zu biologischer Vielfalt - über Fachgrenzen hinaus

Das BMBF-Forschungsprogramm BIOLOG zu Biodiversität und globalem Wandel hat in den Jahren 2000 bis 2010 biologische Vielfalt unter dem Einfluss von Klima- und Landnutzungsänderungen untersucht. Die Broschüre zur Abschlusskonferenz im März 2010 ist hier erhältlich.

→ Download PDF



Die Meldung am Rande


Kondome gegen den Artenschwund

Das “Center for Biological Diversity” in Tucson/USA hat 250,000 Gratiskondome mit Aufdrucken von stark bedrohten Arten in allen US-Bundesstaaten, Kanada, Puerto Rico und Mexiko verteilt. Damit soll ein Bewusstsein für den vermeintlichen Hauptgrund des Artensterbens, das menschliche Bevölkerungswachstum, gesetzt werden.

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Redaktion
 


Sebastian Tilch


[Öffentlichkeitsarbeit NeFo]
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ
Department Naturschutzforschung
Tel. 0341/235-1062
Email: sebastian.tilch@ufz.de

Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland ist ein Projekt im Rahmen von DIVERSITAS-Deutschland e.V.  (www.diversitas-deutschland.de), gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Das Projekt wird maßgeblich durchgeführt durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Leipzig, das Museum für Naturkunde Berlin und die Universität Potsdam sowie die Mitglieder des DIVERSITAS-Deutschland e.V. Beirates.

Weitere Informationen und Hinweise zum NeFo-Projekt und Team unter www.biodiversity.de

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