Institutionen

Biodiversitätsforschung findet an vielen Einrichtungen statt, die divers strukturiert und dezentral organisiert sind. Ausnahmen sind das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte  German Centre for Integrative Biodiversity Research (iDiv), das Berlin Brandenburg Institute of Advanced Biodiversity Research (BBIB) oder das Bonner Biodiversitätsnetzwerk BION.

 

Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen)

Leibniz-Gemeinschaft

Helmholtz-Gemeinschaft

Max-Planck Gesellschaft

Fraunhofer Gesellschaft

Sektorforschung Bund- und Länder

Sammlungen und Museen

Dachorganisationen

Naturschutzverbände

Unternehmen und Vereine

 



 

 

Hochschulen (Universitäten und Fachhochschulen)

Zu den Hochschulen zählen sowohl die Universitäten als auch die Fachhochschulen. Hochschulen sind auf Länderebene organisiert. Eine Übersicht finden Sie in unserem Forschungsatlas.

 

Leibniz-Gemeinschaft

Die Leibniz-Gemeinschaft gehört zu den außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Die Institute, die Biodiversitätsforschung betreiben, sind im Leibniz-Verbund Biodiversität (LVB) organisiert.

 

Helmholtz-Gemeinschaft

In der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren  sind 18 Forschungseinrichtungen organisiert. Biodiversitätsforschung als Thema betrifft viele Bereiche, explizit wird es beispielsweise in der AG "Naturschutz und Biodiversität" oder in der AG "Theorie und Science Policy" bearbeitet.

 

Max-Planck Gesellschaft

Die Max-Planck-Gesellschaft hat ihren Schwerpunkt in der Grundlagenforschung. Die Forschung im Bereich Biodiversitätsforschung ist in einem Fokusbericht [pdf] zusammengefasst.

 

Fraunhofer Gesellschaft

Die Institute der Fraunhofer Gesellschaft haben Ihren Schwerpunkt in der angewandten industrienahen Forschung. Biodiversitätsforschung spielt insbesondere in Projekten mit Partnern eine Rolle.

 

Sektorforschung Bund- und Länder

 

Einrichtungen vom Bund

Bund und Länder betreiben Forschungseinrichtungen, die sich mit langfristigen Forschungen sowie Forschungen zur Sicherung übergeordneter gesellschaftlicher Bedürfnisse und Anforderungen befassen. Dabei sind die Forschungsaktivitäten nicht dem Bundesinisterium für Bildung und Forschung (BMBF) oder den Forschungsministerien der Länder zugeordnet, sondern den sektoralen Ministerien. Dazu gehören zum Beispiel das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) oder das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Daher spricht man auch von „Sektorforschung".

Die letzten Empfehlungen zur Profilierung der Einrichtungen mit Ressortforschungsaufgaben des Bundes (2010) [pdf] durch den Wissenschaftsrat raten zu einer stärkeren Internationalisierung und einer Qualitätssicherung durch Vernetzung mit anderen Forschungseinrichtungen.

 

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)

Die meisten Vorhaben des BMUB werden durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) oder das Umweltbundesamt (UBA) durchgeführt bzw. über den jährlichen Umweltforschungsplan vergeben. Eine Übersicht über BfN-Projekte findet sich hier.

 

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) als nachgeordnete Einrichtung des BMEL betreibt die Informationplattform Biologische Vielfalt (ibv) und bietet in ihrem Informationssystem Genetische Ressourcen (GENRES) ein umfassendes Angebot an Datenbanken und Informationen zur Agrobiodiversität.

Dort finden sich auch Informationen zur Forschungsförderung, sowie zur Biodiversitätsforschung im Agrarbereich.

 

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) haben manche geförderten Umsetzungsprojekte eine Forschungskomponente, siehe z.B. die Seiten der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

 

Einrichtungen der Bundesländer

Einen Überblick und Verweis auf alle in den Bundesländern zuständigen Behörden zum Naturschutz bietet die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung (LANA).

 

Sammlungen und Museen

Naturkundliche Museen haben unterschiedliche Funktionen. Sie dienen der Allgemeinbildung durch Ausstellung und Einordnung der Exponate. Zugleich fungieren viele Museen als Forschungsmuseen. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört das Sammeln, das Bewahren und die Forschung. Die Forschungsarbeiten in den Museen beziehen sich überwiegend auf Sammlungsobjekte. Zu klassischen Sammlungsgebieten zählen die Geologie, Paläontologie, Botanik, Zoologie und Ethnologie. Die meisten der großen europäischen Naturkundemuseen wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts gegründet, angetrieben durch die großen Entdeckungsfahrten, aber auch durch eine zunehmende Entfremdung von den natürlichen Lebensgrundlagen.

Der größte Teil der naturwissenschaftlichen Sammlungen ist in Museen untergebracht, einige jedoch sind in Instituten oder privaten Einrichtungen zu finden. Von größtem Wert ist Typusmaterial. Arten werden anhand von Typen beschrieben, die in Museen nachvollziehbar hinterlegt werden.

Die großen wissenschaftlichen Sammlungen haben sich zum Konsortium "Deutsche Naturwissenschaftliche Forschungssammlungen" zusammengeschlossen.

Eine der größten Institutionen ist die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN). Sie ist Träger der Senckenberg Forschungsinstitute und Naturmuseen in sechs Bundesländern. Das Haupthaus ist das Naturmuseum in Frankfurt.

Mit 30 Millionen bzw. 35 Millionen Objekten verfügen das Museum für Naturkunde Berlin, Leibniz Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung (MfN) und die Staatlichen Natruwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns über die größten Sammlungsforschungsinfrastrukturen in Deutschland.

Der Humboldt-Ring ist ein Verbund deutscher Forschungsmuseen. Im September 2009 haben die fünf großen naturkundlichen Forschungsmuseen in Berlin, Bonn, Karlsruhe, Stuttgart und München ein Kooperationsabkommen unterzeichnet. Ziel ist, die gemeinsamen 75 Millionen Sammlungsobjekte besser als wissenschaftliche Ressource nutzen zu können.

Der Deutsche Museumsbund vertritt alle Museen sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und die Fachgruppe Naturwissenschaftliche Museen wiederum die spezifischen Interessen der Naturkundemuseen und Museen mit Sammlungen zur Natur im Deutschen Museumsbund. Gedacht ist sie vor allem als Forum für Fragen der Berufspraxis.

ZEFOD stellt das Zentralregister der biologischen, also botanischen und zoologischen Forschungssammlungen in Deutschland dar. Die Datenbank enthält die Orte und Kontaktdaten für die unterschiedlichen Sammlungen.

Einen Überblick über Sammlungsobjekte und Museen der Universitäten erhält man auf der Seite des Projektes „Datenbank Universitätsmuseen und -sammlungen in Deutschland" des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik, Humboldt-Universität zu Berlin.

Darüber hinaus sind deutsche Naturkundemuseen in zahlreiche europäische und globale Netzwerke und Projekte eingebunden:

  • CETAF (Consortium of European Taxonomic Facilities) ist der Dachverband der großen europäischen Museen

  • EDIT (European Distributed Institute of Taxonomy) ist ein Projekt zur Förderung taxonomischer Expertise, mit einem starken Fokus auch auf Nachwuchsförderung

  • SYNTHESIS (Synthesis of Systematic Resources) unterstützt den musealen Berufsalltag und leistet durch die Austauschprogramme einen wesentlichen Beitrag zur Standardisierung in Sammlungen

 

International haben sich Sammlungen unter SciColl (Scientific Collections International) organisiert.

 

Dachorganisationen

Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin (VBIO)

Im VBIO als Dachverband sind aktuell 35 biowissenschaftliche und biomedizinische Fachgesellschaften organisiert. Der Fokus liegt auf Bildung, Aus- und Weiterbildung. Zudem betreibt der VBIO Politikberatung, indem Positionen zu bestimmten Themen herausgebracht werden.

 

Deutsches Nationalkommitee (DNK) der IUBS

Die internationale Union der biologischen Wissenschaften (IUBS) wird in Deutschland durch ein Nationalkommitee vertreten, dem ebenfalls zahlreiche biologisch ausgerichtete Fachgesellschaften angehören.

 

Urban Biodiversity & Design (URBIO)

Urbio ist ein globales Netzwerk zu Bildung und Forschung mit dem Ziel, Biodiversität auch im städtischen Raum zu fördern. Im Vorfeld der Vertragsstaatenverhandlungen werden Konferenzen abgehalten, um den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis im Hinblick auf die Umsetzung der CBD zu verbessern.

 

Naturschutzverbände

Naturschutzverbände verstehen ihre primäre Aufgabe als NROs (Nicht-Regierungs-Organisation) in erster Linie darin, Naturschutzanliegen öffentlich zu vertreten. Nichtsdestotrotz spielen sie auch im Bereich der Forschung eine Rolle.

Eine wichtige Funktion ist das Liefern von Monitoring-Daten. Viele Aufnahmen beispielsweise zu Vögeln stammen aus der ehrenamtlichen Arbeit engagierter Naturschützer. Gerade die großen internationalen NROs wie zum Beispiel der WWF (World Wide Fund for Nature), Birdlife International oder IUCN (International Union for Conservation of Nature) führen auch eigene Studien durch oder entwickeln Indices und Kategorien, die auch in der Wissenschaft genutzt werden, wie zum Beispiel die Schutzgebietskategorisierung des IUCN.

 

Unternehmen und Vereine

Auch Unternehmen und Firmen betreiben Biodiversitätsforschung. Vereine (wie auch Fachgesellschaften oder Naturschutzverbände) beteiligen sich ebenfalls häufig aktiv an der Biodiversitätsforschung, oft im Rahmen ehrenamtlicher Forschung.