Global Landscapes Forum 2017

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Barbara Hendricks (BMUB) spricht beim GLF 2017
Foto: J. Geschke

Beitrag von Jonas Geschke

 

Bis 2016 war das Global Landscapes Forum (GLF) eines der größten Side-Events der jährlichen UNFCCC-Weltklimakonferenz. Als solches war das GLF Inbegriff des Zusammenbringens von Politikern, der Wissenschaft und anderen Stakeholdern, insbesondere Vertretern von indigenen Völkern. Für die Jahre 2017 bis 2020 hat das Bundesministerium für für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) angekündigt, das GLF als eigenständiges Forum in Bonn auszutragen. Federführend organisiert wird es vom Center for International Forestry Research (CIFOR).

Nun also hat am 20./21. Dezember 2017 erstmals "das neue GLF" in Bonn stattgefunden: Rund 1000 Personen kamen zusammen zur Präsentation ihrer Projekte und Vorhaben, zum sich Austauschen und zum Networken. Dazu möchte ich nun drei Veranstaltungen, die während des GLF liefen, vorstellen:

 

Forest Landscape Restoration Ansätze in Indonesien - Beiträge deutschsprachiger Aktuere

Diese Veranstaltung wurde am Vorabend des GLF von fairventures worldwide und UNIQUE forestry and land use organisiert. Rund 30 Teilnehmende bekamen vorgetragen, wie die Bonn Challenge erfunden und ausgerufen/gegründet wurde. Hier wurde sehr ausgiebig und auch eindrücklich dargestellt, wie die Arbeit im BMUB und Entscheidungsprozesse dort ablaufen. Anschließend gab es kürzere Vorträge zu verschiedenen Inititativen, die sich mit der Wiederherstellung von Waldlandschaften beschäftigen: Lokales Forstmanagement, Artenschutz am Beispiel des Organ-Utan und nachhaltige Wirtschaft am Beispiel von entwaldungsfreien Lieferketten. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion konnten die Teilnehmenden aufgekommene Fragen ansprechen.

Die Veranstaltung war grundsätzlich interessant und besonders für deutschsprachige Akteure ein guter Einblick in das Konzept der "Forest Landscape Restoration". Aber es wurde auch deutlich, dass die Geldgeber, Projektmanager und lokalen Umsetzer der Ideen unterschiedliche Perspektiven auf das Konzept haben und es nicht immer ganz einfach ist, diese Perspektiven in Einklang zu bringen. Insbesondere bei der Bonn Challenge, wo internationale Institutionen ein globales Ziel ausgerufen haben, ist die Kommunikation mit den lokalen Bevölkerungen essentiell für den Erfolg des Konzeptes.

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Podiumsdiskussion
Foto: J. Geschke

 

"Rainfall Recycling" as a Landscape Function: Connecting SDGs 6, 13 and 15

Diese vom Titel her sehr reizvolle Veranstaltung wurde organisiert von CGIAR und IUFRO. "Rainfall Recycling" ("Wiederverwendung von Regenwasser") ist die Funktion von Bäumen, Wasser in einen Kreislauf zu bringen vom Boden über die Wurzeln zu den Blättern in die Luft, von wo aus das Wasser als Regen wieder in den Boden geht (siehe auch NeFo-Artikel "Biologische Vielfalt kann den Amazonasregenwald vor dem Klimakollaps retten – wenn wir sie lassen"). Mit zunehmendem Verlauf der Keynote-Präsentationen wurde aber klar, dass der Fokus der Veranstaltung mehr auf der Erklärung vom "Rainfall Recycling" lag als auf der Verbindung von "Rainfall Recycling" mit politischen Prozessen oder Umsetzungsideen für die SDGs 6, 13 und 15. Dieser letzte, aber eigentlich für den Rahmen des GLF entscheidende Schritt sollte der Podiumsdiskussion überlassen werden, die zum Ende der Veranstaltung hin aber kaum mehr Zeit hatte, aussagekräftig auf die SDGs einzugehen.

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Alexander Buck (IUFRO) begrüßt zur Veranstaltung
Foto: J. Geschke

 

Building capacities for the restoration of tropical forest landscapes and the enhancement of their ecosystem goods and services

Organisiert von der IUFRO, in Zusammenarbeit mit CIFOR und der ITTO, stellte sich diese Veranstaltung als eine der spannendsten und diversesten des GLF heraus. Die Keynote-Präsentationen gingen auf verschiedene Bereiche ein, wo Kapazitäten für die Wiederherstellung von Waldlandschaften benötigt werden: Nachhaltige Wirtschaft; Management, Partizipation und Governance-Strukturen; Finanzielle Strukturen; Ökologische Kenntnisse. Durch diese Vielfalt der Themenbereiche innerhalb der kurzen Zeit der Veranstaltung bekamen die Teilnehmenden einen umfassenden Eindruck über die Komplexität und Transdisziplinarität von der Wiederherstellung von Waldlandschaften.

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Prof. Christine Fürst erläutert die Bedeutung verschiedener Akteure für die Partizipation
Foto: J. Geschke