Global Major Groups and Stakeholder Forum

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Global Major Groups and Stakeholder Forum
Foto: J. Geschke

 

Am Montag, den 27.11., und Dienstag, den 28.11., stand das Global Major Groups and Stakeholder Forum auf der Tagesordnung der UNEA-3-Vorbereitung. Dieses hatte verschiedene Zwecke:

Zum einen konnten sich die Stakeholder untereinander kennenlernen [auffällig viele Juristen!], vernetzen und für die UNEA-3-Verhandlungen koordinieren; zum anderen gab es Vortrags- und Diskussionsrunden zu verschiedenen Themen der Verschmutzung ("Pollution free planet and 2030 agenda", "Impacts of pollution on people's and communities actions", "Land and soil pollution", "Marine pollution", "Air pollution", "Freshwater pollution", "Chemicals and wastes" und "Militarism, noise and other pollution"), in denen verschiedene Stakeholder ihre Positionen und Erfahrungen präsentieren konnten.

 

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Verschmutzung und die globale Nachhaltigkeitsagenda: Ein komplexes Diskussionsthema
Foto: J. Geschke

 

Darüber hinaus konnten sich alle Stakeholder innerhalb der so genannten UN Global Major Groups (Business and industry, Children and youth, Farmers, Indigenous people, Local authorities, NGOs, Scientific and technological community, Women, Workers and trade unions) zusammenfinden und selbst-organisiert an Statements zu den jeweiligen Themen der Verschmutzung arbeiten. Diese werden nun zunächst von allen Gruppen zusammengeführt und sollen anschließend bei der UNEA-3 nächste Woche dem Plenum der Minister und Ministerinnen vorgetragen werden. So werden innerhalb des UNEA-Prozesses die Gesellschaft und Bürger in den Verhandlungen mit angehört.

Dazu muss man allerdings sagen, dass der Statement-Findungs-Prozesses sehr unorganisiert ablief. Mittels verschiedener Abstimmungs- und Konsensfindungsmethoden sollten die Anwesenden teils sehr unvorbereitet und innerhalb kürzester Zeit die Statements möglichst konkret ausarbeiten und falls nötig Unstimmigkeiten beseitigen, um ein abschließendes Dokument zu erhalten [dieses werde ich nachliefern, sobald es verfügbar ist!]. Dieses Verfahren war insgesamt schon sehr ähnlich zu den offiziellen Verhandlungen großer politischer Verhandlungen - bloß, dass hier die Stakeholder an den Mikrofonen saßen.

Ein Highlight des Global Major Groups and Stakeholder Forums war eine Diskussionsrunde mit Erik Solheim, dem Exekutivsekretär der UNEP. Zu Beginn seines Auftrittes wurde er sehr gelobt für die Zeit, die er sich für die Stakeholder nahm. Als im Laufe seiner Antworten (auf Fragen der Anwesenden) aber Walmart als ein Paradebeispiel für gute Einbindung der Wirtschaft in nachhaltige Entwicklung wäre, schlug die Stimmung um und endete in einer stillen Steh-Demo der Stakeholder mit Schildern und dem Hashtag #NoDirtyBusiness. Damit war der Auftritt Erik Solheims zuende. Trotzdem: Es war eine Freude, ihm einmal live zuhören zu dürfen!

 

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Erik Solheim spricht beim Global Major Groups and Stakeholder Forum
Foto: J. Geschke

 

Fazit

Insgesamt gesehen war das Global Major Groups and Stakeholder Forum eine durchaus gelungene Vermittlungsveranstaltung zwischen den verschiedenen Interessensgruppen der UNEA. Während der Aspekt des Networkings u.a. auch bei der Stakeholder-Party im Vordergrund stand (danke an UNEP für die zwei kleinen Schnittchen und immerhin kostenloses Wasser), waren die teilweise zähen aber doch sehr informativen Vortrags- und Diskussionsrunden schlussendlich sehr zielführend hin zu einem gemeinsamen Statement der Anwesenden für die UNEA-3. Nun müssen die Minister und Ministerinnen diese Statements nur noch aufnehmen und in ihre Entscheidungen einbeziehen ...

 

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Willkommen auf dem UN-Campus Nairobi!
Foto: J. Geschke