Zusammenfassung Tag 2 - Wie weiter mit den drei ausstehenden Assessments und kommenden beiden IPBES-Plenen?

nefo_blogging.jpg

NeFo bloggt zur IPBES-5
NeFo, M. Darbi

Zum Auftakt des zweiten Tages des 5. IPBES-Plenums wurde nach der Begrüßung durch den Chair, Sir Robert Watson, zunächst der Punkt 6(b), Indigeneous and local knoledge (ILK) aufgerufen. Das Sekretariat berichtete über die Aktivitäten des vergangenen Jahres und stellte Herangehensweise, Rahmenbedingungen etc. vor. Der Punkt 6(b) wurde am Abend in der Kontaktgruppe 1 weiterverhandelt.

Der weitere Verlauf des Plenums am Vormittag war durch die immer wieder aufflammende Diskussion über das weitere Prozedere zu den drei ausstehenden Assessments (Nachhaltige Nutzung, Invasive Arten, Konzeptualisierung von Werten) geprägt. Dabei konzentrierte sich die Diskussion vor allem auf die finanziellen und weniger auf die personellen Restriktionen. Es ist ein großes Knäuel, das entwirrt werden muss - denn es geht nicht nur darum, wann welches der ausstehenden (nicht neuen!) Assessments durchgeführt werden soll.

Auch das Timing der derzeit laufenden Assessments wurde diskutiert, denn eine vernünftige Koordinierung zwischen bspw. den regionalen und dem globalen Assessment sei wegen des geringen zeitlichen Abstandes nur schwer möglich. Immer wieder wurde betont, dass es der Arbeit innerhalb des 1. Arbeitsprogramms gut täte, wenn die Aufgaben zeitlich gestreckt würden (ohne sie allerdings in ein 2. Arbeitsprogramm zu schieben). Sir Robert Watson schloss die Diskussion mit der Bitte um möglichst große Flexibilität in den anstehenden Diskussionen der Kontaktgruppe 2 am Abend: "Be friendly!"

Aufgrund dessen, dass das Plenum inzwischen fast 3 Stunden hinter dem Zeitplan lag, wurden folgende Punkte vor der Mittagspause relativ zügig abgehakt:

  • Item 6c: Knowledge and Data (Dok. IPBES/5/5)
  • Item 6g: Policy Support Tools and Methodologies (Dok. IPBES/5/8)
  • Item 6h: Strategic Partnerships (Dok. IPBES/5/9)

rspaull_brandingstrategy.jpg

Präsentation der "Branding Strategy"
NeFo, M. Darbi
Der letzte Punkt wurde nach der Mittagspause im Plenum fortgesetzt und war für die Teilnehmer_Innen des Stakeholder Days leider eine Wiederholung. So bekam aber das Sekretariat noch einmal eine Menge Lob für seine strategische Herangehensweise an die Entwicklung der Marke „IBPES“.

Zu Item 8 (Review of the Platform; Dok. IPBES/5/11) fasste Sir Robert Watson die Diskussion im Plenum so zusammen, dass das Review jetzt gestartet werden sollte und nach einem internen Review als erstem Schritt ein professionelles externes Review als zweiter Schritt durchgeführt werden sollte.

Bei der folgenden Diskussion zur Terminierung des 6. und 7. IPBES-Plenums wurde schnell klar, dass die Mitgliedsstaaten, die vor einer zu großen Arbeitsbelastung durch das 1. Arbeitsprogramm gewarnt hatten, zumindest ein weiteres Argument haben: das 6. Plenum wird mit vier regionalen und einem thematischen insgesamt fünf Assessments zu diskutieren haben (zum Vergleich: bei IPBES-4 waren es zwei) und wird deshalb auf 7 Tage (IPBES-5: 4 Tage) angesetzt.

Gerne nahm das Plenum die Einladung Kolumbiens an, im Jahr 2018 zu IPBES-6 nach Medellín zu kommen. IPBES-7 in 2019 wird das Globale Assessment und die Ergebnisse des Reviews diskutieren, ein neues IPBES-Büro wählen sowie das 2. Arbeitsprogramm verabschieden müssen. Dafür werden insgesamt 6 Tage angesetzt. Die Stakeholder Days sind dabei nicht mitberücksichtigt. Auch den letzten Teilnehmer_Innen im Plenum wurde somit klar, dass der gesamte IPBES-Prozess mindestens in den nächsten beiden Jahren eine erhebliche Arbeitslast zu schultern hat.

Angesichts der schwer abzuschätzenden finanziellen und personellen Ressourcen wurde unter Punkt 9b (Process for the development of the 2nd Work Programme; Dok. IPBES/5/12) vorgeschlagen, einen "rolling" Arbeitsplan zu entwickeln, d. h. einen flexiblen Umsetzungsmechanismus zu etablieren, der es erlaubt, den Arbeitsplan an die jeweiligen Rahmenbedingungen anzupassen. Dazu gehören neben dem Budget und den personellen Ressourcen auch die Berücksichtigung der Entwicklungen in den anderen Biodiversitäts-relevanten Prozessen wie der CBD.

contact_group.jpg

Contact group meeting
NeFo, M. Darbi
Nach einer abendlichen Pause wurden in zwei parallelen Kontaktgruppen die Punkte 6c (Indigenous and local knowledge (ILK); Dok. IPBES/5/4) und 6f (Sustainable use of wild species of fauna and flora; Dok. IPBES/5/7) aufgenommen. Zu Punkt 6c wurden nach einleitenden Worten durch den Co-Chair die Kommentare der Vertreter_Innen der Mitgliedstaaten aufgenommen. Diese fokussierten v. a. auf die erfolgreiche bereits geleistete Arbeit des MEP's, Büros und Sekretariats sowie auf die Herausforderungen, die in Zusammenhang mit der Einbeziehung des ILK-Themas absehbar sind. Nachfolgend wurde detailliert an dem Textentwurf gearbeitet, wobei das Dokument Absatz für Absatz diskutiert wurde.

In der Gruppe zu Punkt 6f wurde in einer etwas umständlichen und länglichen Eingangsdiskussion versucht, Brücken zwischen den gegensätzlichen Positionen zum Startzeitpunkt der drei ausstehenden Assessments oder auch zum Arbeitsumfang zu bauen. Die Gruppe debattierte, ob der Scoping-Bericht zum Assessment über die nachhaltige Nutzung unabhängig vom Beschluss über den tatsächlichen Start des Assessments diskutiert werden sollte. Es bestand die Befürchtung, dass das Dokument im Lichte der Ergebnisse aus den regionalen Assessments erneut überarbeitet werden müsste. Schließlich begann zu fortgeschrittener Stunde die absatzweise Diskussion des eigentlichen Scoping-Dokuments. Diese wird in der Kontaktgruppe am Vormittag des 3. Tages fortgesetzt werden - hoffentlich in ebenso guter und konstruktiver Atmosphäre wie am Abend.

country_signs.jpg

Country signs
NeFo, M. Darbi

 

Beitrag von Rainer Schliep und Jonas Geschke (NeFo)