Das 4. IPBES Plenum in Kuala Lumpur, Malaysia – Was wurde beschlossen?

[Zusammenfassung IPBES-4]

von Malte Timpte – NeFo, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung und Dr. Katja Heubach, NeFo, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung -  UFZ

    Malte Timpte vom NeFo-Team am Museum für Naturkunde BerlinKatja Heubach vom UFZ

Malte Timpte (NeFo)Katja Heubach (NeFo)Während bei IPBES-3 vor allem prozedurale Fragen im Vordergrund standen sowie die Verabschiedung der regionalen Assessments, wurden bei der 4. Plenarsitzung von IPBES hauptsächlich die beiden ersten IPBES Produkte diskutiert: die beiden Zusammenfassungen für Entscheidungsträger (Summary for Policy Makers – SPM) für das thematische Assessment zu Bestäubung und Bestäubern und ihrer Bedeutung für die Nahrungsmittelproduktion (deliverable 3a) sowie das methodische Assessment zu Szenarios und Modellen (deliverable 3c). Darüber hinaus wurde ein neuer Vorsitzender gewählt und um die finanzielle Grundlage künftiger IPBES-Produkte gefeilscht.

Weitere Assessments unter Finanzierungsvorbehalt

Verhandelt wurde auch, ob und in welchem Umfang weitere Assessments auf den Weg gebracht werden sollen. Es soll ein globales Assessment der Biodiversität und Ökosystemleistungen, ein methodisches Assessment zu den Werten von Biodiversität sowie eines zu invasiven Arten geben. Sie stehen allerdings unter Finanzierungsvorbehalt, denn bislang ist lediglich rund die Hälfte der für die Umsetzung des gesamten IPBES-Arbeitsprogramms nötigen Mittel sichergestellt.

Als zu Beginn der Verhandlungen der Fortschritt bei der Umsetzung des ersten IPBES Arbeitsprogrammes vorgestellt wurde, äußerten sich viele Mitgliedsstaaten besorgt darüber, dass das beschlossene Arbeitsprogramm zu ambitioniert sei. Vor allem im Hinblick auf die unzureichenden finanziellen Mittel ein wichtiges Argument.
Der IPBES Vorsitzende Prof. Zakri forderte die Mitgliedsstaaten anschließend auf, Zusagen für weitere Mittel zu machen. Allerdings folgten nur wenige Staaten dem Aufruf und verkündeten im Plenum ihren Beitrag – die größtenteils eher symbolischen Charakter hatten.

Folglich riefen einige Mitgliedsstaaten dazu auf, weitere Ausgaben im aktuellen Arbeitsprogramm ein zu sparen, z.B. indem die Kosten für den Review der Plattform gesenkt, Assessments verschoben und keine neuen mehr beschlossen würden, oder indem sich das IPBES–Plenum, nach Vorbild der CBD, nur noch alle zwei Jahre trifft.

Ein neuer Vorsitzender und neue Büro Mitglieder für IPBES

Prof. Robert T. Watson aus England wurde einstimmig zum IPBES-Vorsitzenden gewählt. Das Plenum ernannte auch neue Mitglieder für das Büro, dass für die Aufsicht des IPBES Arbeitsprogrammes in der Zeit zwischen den Plenumssitzungen zuständig ist (Mehr zur Zusammensetzung des Büros finden sie hier).

Zusammenfassender Bericht für Entscheidungsträger zum Assessments über Bestäubung und Bestäuber, und Ihre Bedeutung für die Nahrungsmittelproduktion (Agenda item 5 (a) - deliverable 3 (a))

Als erstes abgeschlossenes IPBES-Assessment wurde in Kuala Lumpur der Bericht zu Bestäubung und Bestäubern und dessen Zusammenfassung für Entscheidungsträger (Summary for Policy Maker, SPM) diskutiert. Das SPM wurde von den Mitgliedsstaaten befürwortet und angenommen. Im Papier wird sehr deutlich, dass die Mehrheit der bestäubenden Tierarten, darunter Insekten und Säugetiere, weltweit unter hohem Druck stehen, und nennt verschiede Treiber hierfür. Zusammengefasst wird z.B. der Wissensstand zu den Auswirkungen der Varroamilbe, Pestizideinsatz oder GMOs. Der Bericht listet auch eine ganze Reihe von Politikinstrumenten auf, durch deren Umsetzung Bestäuber in Zukunft besser geschützt werden könnten (Mehr zu diesem Thema).

Besonders intensiv diskutiert wurde auch der Begriff der „biocultural diversity“ im Kapitel zum Wert von Bestäubung und Bestäubern, der den Zusammenhang zwischen kultureller und biologischer Biodiversität beschreibt. Die Autoren des Berichtes betonten, dass gerade dieses Kapitel dem inklusiven Ansatz von IPBES Rechnung trägt, indem Biodiversität nicht nur monetäre Werte zugeschrieben, sondern auch andere Wissens- und Wertesysteme integriert werden.

Nur die Zusammenfassungen für Entscheidungsträger (SPM) wurde bei IPBES-4 Zeile für Zeile von den Mitgliedsstaaten diskutiert, der ausführliche Hintergrundbericht wurde anschließend von den AutorInnen entsprechend angepasst.
Am Ende der Verhandlungen stand eine Zusammenfassung für Entscheidungsträger mit 23 Kernaussagen, die die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Hintergrundbericht zusammenfassen.
Dabei war der Bericht bereits vor seiner Fertigstellung in die öffentliche Kritik geraten, da auch zwei ExpertIinnen aus Unternehmen der Agrarbranche mitgewirkt hatten. Allerdings wurde der Vorwurf der Einflussnahme durch die anderen AutorInnen entkräftet. IPBES sorgte darüber hinaus dafür, dass alle Beteiligten eine interne Überprüfung von möglichen Interessenkonflikten durchlaufen hatten (IPBES conflict of interest policy).

Kapazitätenaufbau im Rahmen von IPBES (Agenda item 5 (c) - Work on capacity building deliverables 1 (a) and 1 (b))

Die in 2015 seitens der Task Force on Capacity Building begonnenen bzw. durchgeführten Aktivitäten zur Adressierung der prioritären Kapazitäten-Bedarfe von IPBES wurden vom Plenum sehr begrüßt. Dazu gehören das Fellowship-Programm und diverse Trainingsmaßnahmen für Expertengruppen. Die Task Force wurde beauftragt, diese Aktivitäten in 2016 weiterzuführen.

Des Weiteren führte die Task Force ein erstes Capacity-Building Forum durch, das im Oktober 2015 in Indien stattfand. Ziel dieses Forums war es, Institutionen und Länder, die o.g. prioritäre Kapazitäten-Bedarfe identifiziert haben mit jenen zusammenzubringen, die zur Adressierung bzw. Deckung dieser Bedarfe beitragen können (technisch-inhaltliche und/oder finanzielle Unterstützung). Die aus diesem Forum gewonnenen Erkenntnisse sollen in das zweite Forum einfließen, das für die zweite Hälfte 2016 geplant ist und sich insbesondere an Geldgeber richten wird. Unterstützt wird dieser sog. Match-Making-Prozess durch eine Webseite/ein Online-Tool, die von BES-Net/UNDP betrieben wird. Im Rahmen dieses Prozesses sollen zudem die prioritären Bedarfe mit Blick auf das aktuelle Arbeitsprogramm von IPBES weiter konkretisiert werden. 

Integration von indigenem und lokalem Wissen in die Arbeit von IPBES (Agenda item 5 (d) - Work on indigenous and local knowledge systems (deliverable 1 (c))

Bereits bei IPBES-3 andiskutiert wurde das Thema, wie Träger indigenen und lokalen Wissens in die Arbeit der Plattform eingebunden werden sollten. Einen Beschluss zu diesem Thema hab es jedoch nicht. Stattdessen wurde die zugehörige Task Force beauftragt, Vorschläge für Prozeduren zu entwerfen.

Diese wurden nun bei IPBES-4 vorgestellt und ausführlich diskutiert. Ergebnis: Indigene und lokale Wissensträger werden zukünftig in alle Entwicklungsschritte von Assessments und anderen Produkten der Plattform eingebunden. Zudem wurde das bereits auf IPBES-3 beschlossene ExpertInnenverzeichnis (roster of experts) vorgestellt, das gemeinsam mit dem multidisziplinären Expertengremium von IPBES (Multidisciplinary Expert Panel, MEP) umgesetzt werden soll. 

Bericht zu inhaltlichen Ausgestaltung des globalen Assessments (Agenda item 5 (e) - Scoping report for a global assessment on biodiversity and ecosystem services (deliverable 2 (c))

Der Scoping Bericht für das globale Assessment wurde von den Mitgliedsstaaten intensiv diskutiert. Die Staaten waren sich einig, dass das globale Assessment ein sehr wichtiges Element des Arbeitsprogrammes ist, das auf jeden Fall umgesetzt werden sollte. Angesichts knapper Ressourcen wurde beschlossen, die Anzahl der ExpertInnen für das Assessment zu reduzieren. 

Eine Kapitelübersicht zum Assessment mit den zu bearbeitenden Themen wird in Kürze auf www.ipbes.net zur Verfügung stehen.

Der Aufruf zur Nominierung als ExpertIn ist bereits erfolgt. Frist zur Bewerbung ist der 5. Mai 2016 (Aufruf des IPBES Vorsitzenden) und für die Expertenliste der Bundesregierung bereits der 13. April 2016.Das erste Arbeitstreffen wird im August 2016 stattfinden. Der Assessmentbericht wird zu IPBES-7 Anfang 2019 erwartet.

NachwuchswissenschaftlerInnen, die den IPBES Prozess kennenlernen und aktiv am Assessment mitarbeiten möchten, können sich für eine Nominierung durch eine Organisation für das IPBES Fellowship Pilot Programme bewerben (finanzielle Unterstützung wird derzeit nur für  NachwuchswissenschaftlerInnen aus Ländern des globalen Südens bereitgestellt).

Weitere Informationen zum IPBES Fellowship Pilot Programme [pdf]

Scoping zum Assessment zur Konzeptionalisierung von Werten der Biodiversität und Ökosystemleistungen (Agenda item 5 (f) - Scoping for the methodological assessment regarding diverse conceptualization of multiple values of nature and its benefits, including biodiversity and ecosystem services (deliverable 3 (d))

Seit IPBES-3 wurde am existierenden Scoping-Bericht gearbeitet, der nun erneut vorgestellt wurde. Das Papier wurde als sehr gut bewertet, allerdings wurde die Entscheidung über seine Durchführung aufgrund des knappen Budgets auf IPBES-5 verschoben. 

Bereits erstellt ist ein Leitfaden zur Integration von Werten und Bewertung von Biodiversität in die Arbeit von IPBES. Um dessen stringente Verwendung, besonders in den Assessments sicherzustellen, wurde das MEP aufgefordert, zwei Experten aus der Autorengruppe des Leitfadens zu identifizieren, die den Autoren der laufenden regionalen und des zukünftigen globalen Assessments bei der Nutzung des Leitfadens in ihrer Arbeit unterstützen.

Scoping eines Assessments zu invasiven gebietsfremden Arten und deren Kontrolle (Agenda item 5 (g) - Scoping for a thematic assessment of invasive alien species and their control (deliverable 3 (b) (ii))

Die Entscheidung über die Aufnahme des Assessments zu invasiven gebietsfremden Arten wurde ebenfalls aufgrund der bestehenden Finanzierungslücke auf IPBES-5 verschoben. Diskutiert wurde bei IPBES-4 allerdings das zugehörige Scoping-Papier. Schwerpunkt des Assessments soll demnach Organismen und Organismengruppen sein, die direkt oder indirekt durch den Menschen verbreitet werden. Solche, deren Wanderung klimabeding erfolgt, stehen nicht im Fokus. Erörtert werden soll auch, welche ökonomischen Nutzen und Kosten durch invasive Arten entstehen bzw. möglicher zu erwarten sind.

Nachhaltige Nutzung und Schutz von Biodiversität (Agenda item 5 (h) - Scoping for a thematic assessment of sustainable use of biodiversity (deliverable 3 (b)(iii))

Die vorgelegte Rahmenstudie wurde von der Mehrheit im Plenum begrüßt, jedoch als derzeit nicht ausreichend ausgereift empfunden, um darauf aufbauend einen Assessment-Prozess zu beginnen. Diese Einschätzung wurde vom multidisziplinären Expertengremium (MEP) geteilt. Beschlossen wurde, das vorliegende Dokument im Rahmen eines Workshops substanziell zu überarbeiten und ggf. den Titel des Berichtes anzupassen.

Für die Teilnahme am Workshop können sich ExpertInnen bis zum 5. Mai bzw. für die ExpertInnenliste der Bundesregierung bis zum 13. April bewerben. Nach der Begutachtung des überarbeiteten Dokuments durch Regierungen und Stakeholdern soll es IPBES-5 (2017) erneut zur Abstimmung vorgelegt werden.

Arbeit zu Politikunterstützungs-Instrumenten und -methoden (Agenda item 5 (i) - Work on policy support tools and methodologies (deliverable 4 (c))

Bei IPBES-3 wurde erstmalig der Katalog zu Politikunterstützungs-Instrumenten vorgestellt. Anschließend durchlief er ein Review seitens der Regierungen und Stakeholdern, deren Kommentare nun eingearbeitet und der aktualisierte Katalog nun bei IPBES-4 präsentiert wurde. 

Der Katalog soll nun zeitnah als Online-Verzeichnis abrufbar sein. Er ist ein „living document“, d.h. die im Rahmen der IPBES-Assessments identifizierten Politikunterstützungs-Instrumente werden sukzessive in den Katalog eingebaut und entsprechende Anpassungen vorgenommen. 

Finanzierung (Agenda item 6 - Budget and expenditure for 2014–2018)

Derzeit fehlen rund die Hälfte der Mittel, das ambitionierte erste Arbeitsprogramm von IPEBS bis 2019 vollständig umzusetzen. Trotz dessen blieben die finanziellen Zusagen seitens der beim Plenum vertretenen Mitgliedsstaaten während der Verhandlungstage mehr als unzureichend, um überhaupt einen Teil der ab 2016 geplanten Assessments anzugehen.  

Die nun zur Umsetzung beschlossenen drei Assessments (i) globales Assessment, (ii) methodischen Assessments zu Werten von Biodiversität, iii) thematischen Assessment zu invasiven Arten) stehen daher auch unter dem Vorbehalt der Finanzierung. Alle weiteren Aktivitäten von IPBES werden zunächst zurückgestellt. 

Verfahren zur Auswahl von unterrepräsentierten Regionen / Expertisebereichen (Agenda item7 (b) - Procedures for the preparation of Platform deliverables)

Das wissenschaftliche Beratungsgremium von IPBES (Multidisciplinary Expert Panel, MEP) hat in der Vergangenheit immer wieder festgesellt, dass es schwierig war, ausgewogene Expertengruppen aus der Gruppe der von Staaten und Stakeholdern nominierten Experten zu besetzten. Bestimmte Regionen sowie Expertisen waren in der Vergangenheit kaum vertreten.

Daraufhin hat das MEP einen Prozess zur Auswahl weiterer Experten und Wissensträger entwickelt, der nach Abschluss des Nominierungs- und Auswahlverfahrens unterrepräsentierte Bereiche einbinden soll. Diesem Prozess als Erweiterung der offiziellen Verfahrensregeln sollten die Mitgliedsstaaten bei IPBES-4 nun zustimmen.

Es wurde beschlossen, dass das MEP nach Abschluss des Nominierungsverfahrens und der ersten Auswahlrunde zunächst Staaten und relevante Stakeholder informiert, wenn bestimmte Expertise-Bereiche nicht besetzt oder bestimmte Regionen nicht berücksichtigt werden konnten. Dann soll das MEP zusammen mit den bereits bestimmten Leitautoren weitere Experten für das entsprechende Assessment suchen und Staaten und Stakeholder davon überzeugen, diese Experten nachträglich zu nominieren.  Dieser Prozess soll in Zukunft ausgewogenere Expertengruppen sicherstellen. 

Das MEP wird das Plenum regelmäßig über den Umfang und den Erfolg dieses Verfahrens informieren.

Review der Plattform (Agenda item 7 (c) - Procedure for the review of the effectiveness of the administrative and scientific functions of the Platform (deliverable 4 (e))

Vor IPBES-4 wurde ein umfangreicher Entwurf für die Evaluierung der Plattform und ihrer Prozesse vorgelegt. Vorgeschlagen waren zum einen eine Halbzeit-Evaluierung bis IPBES-5 sowie ein umfassender Evaluierungsprozess bis zum Ende des ersten IPBES-Arbeitsprogrammes Anfang 2019. Ein unabhängiges Expertengremium, ausgewählt von ICSU (International Council for Science) mit Unterstützung von ISSC (International Social Science Council), sollte gebeten werden, die Effizienz der Strukturen, Gremien und Regeln von IPBES und die Umsetzung der 18 Produkte (deliverables) zu evaluieren.

Der Entwurf wurde bereits im Vorfeld kritisiert und auch einige Mitgliedsstaaten brachten bei IPBES-4 ihre Skepsis zum Ausdruck. Zum einen, weil sie der Ansicht waren, dass eine Halbzeit-Evaluierung beim aktuellen Umsetzungsstand des Arbeitsprogrammes wenig brauchbare Ergebnisse liefern würde und zum anderen, weil sie die Kosten für den Prozess und einen externen Review für zu hoch hielten. Einige waren auch der Meinung, dass eine interne Evaluierung durch MEP, Bureau und das Sekretariat ausreichend wäre. Eine Mehrheit der Staaten sprach sich für eine einzige Evaluierung gegen Ende des ersten Arbeitsprogramms aus.

Das MEP unterstrich noch einmal die Wichtigkeit einer externen und unabhängigen Evaluierung, damit die Erkenntnisse genutzten werden können, um auch die IPBES Gremien zu entlasten und ihre Arbeit zu verbessern.

Nachdem alle Bedenken vorgetragen waren, entschied das Plenum einen überarbeiteten Entwurf bei IPBES-5 noch einmal zu diskutieren.  Bis dahin sind Staaten und Stakeholder aufgefordert, Ihre Ansichten und Vorschläge zur Evaluierung der Plattform einzureichen. Das MEP und das Bureau wurden aufgefordert, den Rahmen für die Evaluierung zu überarbeiten.

Kommunikations- und Stakeholder-Strategie, Strategische Partnerschaften (Agenda item 8 -Communication, stakeholder engagement and strategic partnerships (deliverable 4 (d))

Das IPBES Stakeholder Netzwerk, welches sich aus engagierten Wissensträgern und Experten verschiedener Organisationen zusammensetzt, war bei IPBES-4 im Rahmen einer Kontaktgruppe eingeladen, seine Aktivitäten und Vorschritte zur Formalisierung des Netzwerkes vorzustellen.

Das IPBES Sekretariat hatte dem Netzwerk eine strategische Partnerschaft in Aussicht gestellt, wenn das Netzwerk eine Organisation mit rechtlichem  Status bilden oder finden könnte, die in der Lage wäre, eine solche Partnerschaft mit dem Sekretariat formal einzugehen.

Die Debatte zwischen den Mitgliedsstaaten und einem Rechtsexperten von UNEP in der Kontaktgruppe ergab, dass eine Partnerschaft auch ohne eine sogenannte „Legal entity“, also einen Trägerorganisation mit rechtlichem Status, möglich wäre. 

Es wurde daraufhin beschlossen, Partnerschaften mit dem IPBES Stakeholder Netzwerk und jedem weiteren interessieren Netzwerk zu begrüßen. So haben sich z.B. indigene Organisationen schon zu einem eigene Forum zusammengeschlossen (International Indigenous on Biodiversity and Ecosystem Services – IIFBES). Das IIFBES und das IPBES Stakeholder Netzwerk wollen in Zukunft noch enger zusammenarbeiten und gegenseitige Ansprechpartner benennen.

Die Gruppe der engagierten Stakeholder Organisationen veröffentlichte bereits zu Beginn des Plenums einen Leitfaden für Beobachter Organisationen, die die Verhandlungen vor Ort verfolgen. Dieser Leitfaden wird aktuell überarbeitet und soll in Kürze allen interessierten Stakeholdern zur Verfügung stehen (Webforum des IPBES Stakeholder Netzwerk).

Des Weiteren begrüßte das Plenum strategische Partnerschaften mit der Gruppe der biodiversitätsrelevanten UN Konventionen sowie mit IUCN, Future Earth und dem Inter-American Institute for Global Change Research, welches als regionales Hub fungieren und Capacity Buiding betreiben soll. Future Earth soll dabei helfen, Experten in den IPBES Prozess einzubinden und Wissenslücken, die IPBES aufdeckt, zurück in die Forschungscommunity zu tragen. IUCN wird als strategischer Partner seine Expertise in der Einbindung von Stakeholdern und sein globales Expertennetzwerk für IPBES Anfragen zur Verfügung stellen.