Die guten alten EBSAs

Bis 2020 sollen 10 Prozent der globalen Meeresflächen effektiv gemanagte Schutzgebiete sein. Um festzulegen, welche das sein sollen, hat die CBD vor Jahren den Prozess der Identifizierung sogenannter Ökologisch oder biologisch bedeutsame Meeresgebiete EBSAs ins Leben gerufen. Seither benennen die Staaten Gebiete und stellen auch welche unter Schutz. Doch die Debatten sind noch nicht beendet. Und was passiert eigentlich, wenn sich die Bedingungen der Gebiete plötzlich ändern?

Ökologisch oder biologisch bedeutsame Meeresgebiete EBSAs sind wieder ein wichtiges Thema bei dieser SBSTTA. Dabei handelt es sich um Bereiche, die wissenschaftliche definierte Bedingungen für eine Schutzwürdigkeit erfüllen, wie etwa besonders einzigartige Lebensräume, die besonders seltenen Arten beherbergen, eine besonders Hohe Artenvielfalt aufweisen etc. Im Rahmen der CBD erfassen die Staaten seit längerem solche Bereiche und listen sie auf, was ihnen einen offiziellen Status verleiht. In den letzten Treffen hat sich die Frage gestellt, was zu tun ist, wenn sich die Eigenschaften eines Gebiets ändern - und viele Diskussionen ausgelöst. Derzeit gibt es keinen Prozess für Änderungen oder Aktualisierungen der EBSA-Beschreibungen, aber die Notwendigkeit dafür wurde erkannt - so dass verschiedene Optionen diskutiert werden.

Die Situation ist nicht so einfach, denn es gibt zahlreiche Situationen, die durch das Verfahren abgedeckt werden müssen, das je nachdem, welche Staaten und Gerichtsbarkeiten betroffen sind, unterschiedlich ist. Bei Gebieten außerhalb der nationalen Gerichtsbarkeit (ABNJ) sind im Wesentlichen alle Staaten, auch Binnenstaaten, betroffen.

Es gibt grundsätzlich fünf Fälle:

  • EBSA in der nationalen Gerichtsbarkeit eines Küstenstaates
  • EBSA in verschiedenen nationalen Gerichtsbarkeiten
  • EBSA in einer nationalen Gerichtsbarkeit(en) und ABNJ
  • EBSA in mehreren nationalen Gerichtsbarkeiten und ABNJ
  • EBSA in ABNJ


Einige Staaten haben die eigenen EBSAs innerhalb ihrer eigenen Gerichtsbarkeit im Blick und konzentrieren sich auf die Einfachheit des Modifikationsprozesses (im Idealfall würden sie keine Beteiligung von COP oder SBSTTA oder regionalen Workshops bevorzugen, um einfache Änderungen an einer EBSA in ihren eigenen Gewässern vorzunehmen). Andere Staaten haben sich mehr auf die Situation konzentriert, in der mehrere Staaten involviert sind - wer könnte eine Änderung der EBSA vorschlagen? Kann ein einzelner Staat eine mehrstaatliche EBSA für Änderungen vorschlagen, oder muss er sich mit den anderen Staaten beraten, bevor er die Vorschläge macht? Oder sind Staaten nur für den Teil innerhalb ihrer nationalen Gerichtsbarkeit zuständig?

Beschreibungen von EBSAs werden in der Regel in regionalen Workshops durchgeführt und dann über SBSTTA an die COP zur Genehmigung weitergeleitet. Sollte die Änderung ebenfalls einem so intensiven Prozess unterliegen, oder kann es auch einfacher sein? Es wurde auch eine Unterscheidung zwischen geringeren und substanziellen Modifikationen eingebracht, was die Kompliziertheit der Entscheidungskriterien und die Frage, wer die Entscheidungen auf der Grundlage dieser Kriterien trifft, mit sich brachte.

Der UNCLOS-Rahmen (Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen) hat auch einige Schwierigkeiten verursacht. Doch, wie das Sekretariat bei der Schließung der Kontaktgruppe heute Abend betonte, ist dies nicht der Zeitpunkt oder der Ort, um darüber zu verhandeln: Politische Fragen im Zusammenhang mit der Unterzeichnung oder Nichtunterzeichnung von UNCLOS gehören zu den COP-Verhandlungen, nicht zu den wissenschaftlichen und technischen Verhandlungen von SBSTTA.

Zu einigen wenigen Punkten enthält der Text nun mehrere, gut beschriebene Optionen, die von politischen Ansichten abhängen. Diese können noch in dieser Woche im Plenum diskutiert werden, aber selbst wenn sie als solche an die COP übermittelt werden, hat SBSTTA im Wesentlichen seine Aufgabe erfüllt, die wissenschaftlichen und technischen Fragen anzugehen.

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