CBD und IPBES‘ zweites Arbeitsprogramm

Da das erste IPBES-Arbeitsprogramm 2014-2018 bald zu Ende geht (obwohl einige Assessments noch ausstehen), haben die Konsultationen darüber begonnen, was in das nächste IPBES Arbeitsprogramm aufgenommen werden soll. Im Gegensatz zum ersten Arbeitsprogramm wird das zweite "rolling" sein, d.h. es würde auch noch nach Beginn viel mehr Spielraum für die Aufnahme neuer Elemente lassen; und es wird auch länger laufen, nämlich bis 2030.

Der Beitrag der CBD ist natürlich sehr wichtig für die Konsultation von IPBES. SBSTTA-22 diskutierte eine Empfehlung an die COP, unter anderem mit einer Liste von Elementen, die IPBES bei der Entwicklung seines nächsten strategischen Rahmens und seines fortlaufenden Arbeitsprogramms einbeziehen oder berücksichtigen könnte.

Die Delegierten äußerten sich generell positiv über die Ergebnisse des ersten Arbeitsprogramms von IPBES und betonten die Relevanz der bestehenden IPBES-Assessments für die CBD, und auch die der drei noch ausstehenden Assessments, die IPBES in Kürze vornehmen wird (verschiedene Konzeptualisierungen der Werte der Natur; nachhaltige Nutzung wildlebender Arten; invasive gebietsfremde Arten).

Sie waren auch erfreut über die erhöhte Flexibilität des "rollenden" Arbeitsprogramms und dessen Entwicklung, da sie die Möglichkeit sahen, die Bedürfnisse der CBD stärker zu berücksichtigen. In den Diskussionen äußerten die Delegierten den Wunsch nach einer stärkeren Integration der vier Funktionen von IPBES sowie einer stärkeren Angleichung an den CBD-Prozess. Mehrere Delegationen sahen IPBES eindeutig als den wichtigsten Wissenslieferanten der CBD (bereits jetzt und auch dann, wenn die Ergebnisse des globalen Assessments vorliegen), der die Wissensgrundlagen für den Wandel vorbereiten könnte, den die CBD in ihrem post-2020 strategischen Rahmen anstrebt.

Nur einige wenige kritische Kommentare waren zu hören. Dabei ging es um die Notwendigkeit, eine bessere Mittelausstattung potenzieller zukünftiger regionaler Assessments zu organsieren, um eine bessere Kohärenz zwischen den Regionen zu gewährleisten; die unzureichende Einbeziehung der politischen Entscheidungsträger bei der Fertigstellung der Zusammenfassungen für die politischen Entscheidungsträger; und die dringende Notwendigkeit, die Verbreitung und Aufnahme, z.B. durch Aktivitäten in allen UN-Sprachen, zu erhöhen und die Reichweite für verschiedene Interessengruppen zu erhöhen, indem auf die Bedürfnisse dieser Gruppen ausgerichtete Assessments bereitgestellt werden.

Mehrmals wurden Forderungen zur Vermeidung von Überschneidungen von Aktivitäten von IPBES und CBD gestellt und eine engere Abstimmung zwischen CBD- und IPBES-Aktivitäten und -Zeitplänen sowie ein generell kohärenteres Vorgehen der CBD bei verschiedenen damit zusammenhängenden Assessment-prozessen vorgeschlagen, was angesichts der wachsenden Zahl von Konventionen und Prozessen nicht immer leicht zu überblicken ist und von daher durchaus sinnvoll sein kann.

Die Diskussionen zeigten deutlich, dass die Delegierten die Beziehung zwischen IPBES und CBD als sehr stark betrachteten. Sie sahen große Chancen in der Arbeit von IPBES, Wissens- und Datenlücken zu schließen und Unterstützung (und Richtung?) für die Entwicklung des strategischen Rahmens für die Zeit nach 2020 sowie dessen Umsetzung zu geben. So sehr, dass in den letzten Diskussionen vor der Annahme des Empfehlungsentwurfs die Formulierung geändert werden musste, um nicht zu sehr vorschreibend zu wirken, denn schließlich soll und wird IPBES noch vielen weiteren Seiten Anträge auf Einbeziehung oder Berücksichtigung von Elementen in seinen künftigen Aktivitäten erhalten.

NeFo plant eine Online-Konsultation in Deutschland, um einen Beitrag zu den IPBES-Konsultationen zum 2. Arbeitsprogramm zu leisten. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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