Und nochmal Befruchtung: IPBES füttert in den 5. Globalen Ausblick zur Biodiversität ein

Noch bis zum 5. Mai 2016 läuft die Nominierung von Expert/innen für das Globale Biodiversitäts-Assessment von IPBES, das in diesem Sommer starten soll. Das Scoping-Dokument zum Assessment ist Ende Februar bei der vierten Vollversammlung von IPBES in Kuala Lumpur (IPBES-4) verabschiedet worden. 

Es wird sich einerseits mit Status und Trends von Biodiversität beschäftigen, Treiber für deren Veränderung identifizieren, und den Nutzen der Natur für den Menschen beschreiben. Und das Ganze im Hinblick auf die Erreichung der Ziele der CBD sowie der 2030 Agenda für Nachhaltige Entwicklung. Andererseits nimmt es die zukünftigen Entwicklungen von Biodiversität und damit auch ihres Nutzens in den Blick, die Rolle von Politiken und Governance auf diese Entwicklungen – und die Herausforderungen und Optionen, die sich Entscheidungsträgern stellen könnten. 

Die Ergebnisse des Globalen Assessments werden für Ende 2018/Anfang 2019 erwartet und sollen anschließend in die Erstellung des fünften Globalen Ausblicks zur Biodiversität (Global Biodiversity Outlook 5, GBO-5), der Flagship-Publikation der CBD, einfließen. Wie genau das passieren soll, ist allerdings noch nicht klar. Verständlicherweise, denn das Assessment hat bislang ja noch nicht begonnen. 

In jedem Falle sollen Dopplungen der Arbeit unter IPBES und CBD vermieden werden. Darin sind sich alle Staaten einig. Einbezogen in die Arbeit der CBD sollen auch die Ergebnisse aus den anderen IPBES-Assessments, darunter vor allem die derzeit laufenden vier regionalen Assessments zu Afrika, Amerika, Asien-Pazifik und Europa/Zentralasien sowie das methodologische Assessment zu Szenarien und Modellen

Gerade letzteres kann wertvolle Dienste leisten im Hinblick auf die Evaluierung von nationalen Politiken im Bereich Biodiversität und Ideen für deren mögliche Weiterentwicklungen geben. Allerdings erscheint es den Mitgliedsstaaten derzeit schwierig, die Ergebnisse aus dem Assessment, die sich größtenteils auf die globale Ebene bzw. allgemeinere Fälle beziehen, für die Anwendung auf sub-regionaler und nationaler Ebene zu übersetzen. Hier wird noch einige Beratung nötig sein, denn das IPBES-Dokument ist zwar sehr konkret in seinen Empfehlungen, gibt jedoch keine fertigen Rezepte zum Nachkochen auf nationaler Ebene aus. Etwas weniger schwierig ist da die Anfrage an das CBD-Sekretariat, einen Zeitplan zu erstellen, aus dem hervorgeht, wann die Ergebnisse aus den einzelnen IPBES-Assessments zu erwarten sind, damit SBSTTA ausriechend Zeit zur Verfügung hat, sich damit zu befassen.

In den GBO-5 fließen – wie bei den vorangegangenen Versionen auch – des Weiteren die Nationalen Reports der Mitgliedsstaaten der Konvention ein. Das Verfahren hierzu ist bekannt, schließlich geht die Berichtslegung in 2020 bereits in die 6. Runde. SBSTTA hat heute die aktualisierten Richtlinien und das neue Online-Reporting-Tool vorgestellt, das den Prozess deutlich vereinfachen soll gegenüber dem bisherigen Verfahren. Das sieht vor, den Report in einer einzigen Datei zu übermitteln. Durch das Online-Tool kann der Bericht nun in Bausteine zerlegt werden – der nichtsdestotrotz natürlich zusammenhängend sein muss – und so auch für das Reporting für andere Prozesse, beispielsweise die SDGs, genutzt werden. Frei nach dem Motto „the solution is not more reporting, but better reporting“ (ein Zitat aus einer Intervention von Neuseeland). 

In diesem Zusammenhang steht auch die Überarbeitung der Indikatoren, die zur Überprüfung der nationalen Zielerreichung herangezogen werden soll. Die aktualisierte Liste enthält mittlerweile 40+ Indikatoren, darunter auch Indikatoren aus dem SDG-Prozess, der UNCCD sowie IPBES. Grundsätzlich sprachen sich die Staaten in ihren heutigen Interventionen für die bestehende Liste aus, machten jedoch auch klar, dass die Quantität nicht weiter steigen dürfe. Zu viele Indikatoren würden unnötige Verwirrung stiften. Stattdessen wäre eine klarere Anweisung zur Nutzung der Indikatoren nötig, ggf. auch eine Einengung auf die wichtigsten nötig. Auch deutlicher werden müsse der Link zwischen den globalen und den nationalen Indikatoren, die viele Staaten bereits erarbeitet hätten. Nur wenn dieser Link konsistent sei, könne die Konvention letztlich auch etwas mit den in den Nationalen Reports hiervon abgeleiteten Ergebnissen etwas anfangen. 

Sehen Sie hierzu auch unser Fact Sheet zu „IPBES & GBO5“ Sowie unser Fact Sheet zu „Indicators“