Guter Fortschritt bei der Beschreibung von ökologisch wichtigen marinen Gebieten (EBSAs)

Auf ihrer neunten Sitzung in 2008 (COP-9) in Bonn hat die CBD die Ausweisung von marinen Gebieten mit besonderer ökologischer oder biologischer Bedeutung (Ecologically or Biologically Significant Marine Areas, EBSAs) beschlossen. Sie sollen den Mitgliedsstaaten der CBD helfen, besonders wertvolle Gebiete zu identifizieren, um sie anschließend entsprechend zu schützen.

Die Ausweisung von EBSAs erfolgt anhand von sieben wissenschaftlichen Kriterien: i) Einzigartigkeit oder Seltenheit, ii) spezielle Bedeutung für die Entwicklungsstadien von Arten, iii) Bedeutung für bedrohte oder zurückgehende Arten und/oder Lebensräume, iv) Vulnerabilität, Fragilität, Sensibilität, oder geringe Erholungskapazität, v) biologische Produktivität, vi) Biodiversität sowie vii) Natürlichkeit des Gebietes. 

Bei der darauffolgenden Vertragsstaatenkonferenz im japanischen Nagoya (COP-10) wurde dann beschlossen, eine Reihe von regionalen Workshops zur Identifizierung von EBSAs durchzuführen. Mittlerweile wurden 74 Prozent der globalen Meere durch diese Workshops abgedeckt. Die bestehenden Lücken, die insbesondere bei Gebieten außerhalb der nationalen Gesetzgebung bestehen, sollen in den kommenden Jahren geschlossen werden. Zwei weitere Workshops sind noch für dieses Jahr geplant. 

Für das Side Event hat das CBD Sekretariat nun die Ergebnisse und Erfahrungen aus diesen Workshops zusammengetragen. Dabei bleiben drei zentrale Fragen offen: Erstens, wie ein kontinuierliches Capacity Building auf nationaler Ebene sichergestellt werden kann, das über die Workshops hinausgeht. Denn oft fehlt die Expertise im Land und es gibt keine Updates zu den Weiterentwicklungen, die in diesem Bereich gemacht werden. Zweitens ist ungeklärt, wer die Aktualisierung der wissenschaftlichen Informationen zu den Gebieten außerhalb nationaler Gesetzgebung vornimmt. Noch gibt es hierzu weder ein Verfahren noch Verantwortliche. Drittens wird derzeit diskutiert, wie die EBSA-Informationen bei der Anwendung des Ökosystemansatzes genutzt werden können. Es wäre natürlich unbedingt wünschenswert, die gesammelten Daten und Informationen auch für weitere Ziele der NBSAPs der Länder nutzen zu können. 

Für die Weiterführung der regionalen Workshops selbst scheint vor allem eine Erfahrung wichtig zu sein: dass die Vertragsstaaten gut vorbereitet hineingehen. In der Vergangenheit hatte sich offensichtlich gezeigt, dass auf nationaler Ebene vorher kaum Beratungen zu den marinen Belangen stattgefunden hatten, die dann bei oder nach den Workshops nachgeholt werden mussten. Darauf will die CBD nun bei den kommenden regionalen Workshops besonders pochen. 

Weitere Informationen zur CBD-Diskussion zu marinen Gebieten haben wir in unserem Fact Sheet für Sie zusammengestellt: