Es bleibt dabei: Die Staaten müssen sich noch weiter anstrengen, um den Strategischen Plan bis 2020 mit einem guten Ergebnis abzuschließen

Nicht bis auf den letzten Platz, aber doch erstaunlich gut gefüllt präsentiert sich SBSTTA-20 im Plenarsaal der Internationalen Luftfahrtbehörde in Montreal. Mehr als doppelt so viele Delegierte wie beim letzten Mal sind angereist, um unter anderen darüber zu sprechen, wie weit die Vertragsstaaten mit der Erreichung der Biodiversitätsziele gekommen sind (mid-term review), wie die Ergebnisse des ersten IPBES-Reports zu Bestäubung und Bestäubern für die Arbeit der CBD genutzt werden können, und wie es beim Thema invasive gebietsfremde Arten vorangeht. Zur Diskussion stehen auch wieder die Synthetische Biologie (zuletzt bei SBSTTA-18 besprochen), marine Biodiversität sowie die Frage, welche Rolle Biodiversität bei Klimaanpassung spielen kann. Die vollständige Übersicht zu den Themen von SBSTTA-20 finden Sie auf unserer Webseite.

Der derzeitige SBSTTA-Vorsitzende, der Neuseeländer Andrew Bignell, letztmalig im Amt vor der 13. Sitzung der Vertragsstaaten im Dezember 2016 in Mexico, schaut erwartungsvoll in die Runde, bevor er noch einmal seine kurze Ermahnung an die Regierungen wiederholt. Sie mögen sich doch bitte kurz fassen, die Lobeshymnen auf Sekretariat, Bureau und Co. auslassen, und generell nur wirklich Wichtiges zu Protokoll geben. Aber auch dieses Mal scheint er zwar gehört und sicher auch verstanden worden zu sein, aber das Ergebnis ist leider dasselbe wie bei SBSTTA-19. Der Text, der innerhalb der Regierungen zu Hause abgestimmt worden ist, wird auch genauso vorgetragen. Mit allen Floskeln, Allgemein- und Nebenschauplätzen. Die ersten Stunden bis zur Mittagspause vergehen so mit Allerlei, nur eben nicht unbedingt mit den eigentlichen Verhandlungsinhalten. Es scheint irgendwie symptomatisch (oder systematisch?) bei der CBD (?), dieses Verschleppen von Inhalten.

Der Vormittag bringt dennoch noch einige zentrale Aussagen zum Thema Erreichung der Biodiversitätsziele zusammen. Im Fokus stehen die Ziele 11 (Schutzgebiete) und 12 (Bedrohte Arten). Während zahlreiche Staaten die zunehmende Ausweisung von Schutzgebieten als durchaus erfolgreich einstufen, bemängeln sie, dass die zugehörigen Maßnahmen zur Durchsetzung des Schutzstatus und zum effektiven Management der Schutzgebiete weiterhin zu unkonkret sind. Viele Parks seien weiterhin ‚paper parks‘, die lediglich auf dem Papier bestünden. Wenngleich der Einfluss des Menschen in diesen Gebieten – und damit auch die lokale Biodiversität – grundsätzlich sinke – wirklich ernst zu nehmen seien diese Parks nicht.

Vor allem bei der Regulierung der Schutzgebiete bestehe Nachholbedarf, ebenso bei der grenzüberschreitenden Kooperation zwischen den Anrainerstaaten. Die Kritik dürfe jedoch nicht nur an die CBD gehen, sondern ganz besonders an die Vertragsstaaten selbst. Schließlich sind sie letztlich diejenigen, auf deren Territorium Schutzgebiete eingerichtet werden. Viele Staaten appellieren daher an die Mit-Regierungen, sich hier stärker zu engagieren, und die etablierten Organisationen wie UNEP-WCMC und IUCN dort mit ins Boot zu holen, wo Expertise und Erfahrungen fehlten. Letzteres kann dann wieder durch das CBD Sekretariat vorangetrieben werden.